Handwerkskalender 2018 So attraktiv kann Handwerk sein

Von Lena Hummel 

Dass Handwerk nicht nur Staub und Lärm bedeutet, sondern durchaus attraktiv sein kann, wollen jeweils zwölf Männer und Frauen im Handwerkskalender 2018 zeigen. Drei der Models kommen aus dem Raum Stuttgart.

Die 24 jungen Männer und Frauen, die sich im Handwerkskalender 2018 zeigen, lieben ihren Job – und das wollen sie allen zeigen. Foto: Werbefotografie Weiss 25 Bilder
Die 24 jungen Männer und Frauen, die sich im Handwerkskalender 2018 zeigen, lieben ihren Job – und das wollen sie allen zeigen. Foto: Werbefotografie Weiss

Stuttgart - Sie sind jung, fotogen und lieben ihren Job: Die Männer und Frauen im Handwerkskalender „Germany’s Power People 2018“ des Deutschen Handwerksblatts. Gleich zwei Handwerkerinnen und ein Handwerker aus der Region Stuttgart und Umgebung haben es in den Kalender für das nächste Jahr geschafft. Zwei von Ihnen sind für die Wahl von „Miss und Mister Handwerk 2018“ nominiert.

Eine von ihnen ist Stephanie Mohr aus Herrenberg. Sie hätte nie damit gerechnet, unter die letzten sechs zu kommen. „Vor allem, weil das erste Voting eher schleppend lief“, erzählt sie. Dass viele andere „tollen Frauen“ aus verschiedenen Handwerksberufen dabei waren, machte es nicht unbedingt einfacher. Doch am Ende ist für die 31-Jährige alles gut ausgegangen: Sie ist im Kalender 2018 und für die Wahl zur „Miss Handwerk 2018“ nominiert.

Die Idee zum Kalender stammt von dem Geschäftsführer Hans Jürgen Below. „Herr Below hat mit seinen Töchtern ‚Germany’s Next Topmodel’ angeschaut und ist so auf den Handwerkskalender gekommen“, erzählt Claudia Stemick, Pressesprecherin des Deutschen Handwerksblatts. Ziel des Kalenders sei es vor allem, junge Leute anzusprechen und das Image des Handwerks aufzupolieren. Das ist scheinbar gelungen: Für den Kalender haben sich 120 junge Handwerker und Handwerkerinnen beworben. Der Kalender erscheint 2018 zum neunten Mal, die gedruckte Auflage liegt bei 3.000 Exemplaren.

Fahrzeuglackiererin statt Kinderkrankenschwester

Mit ihrer Teilnahme will Stephanie Mohr demonstrieren, dass Handwerk nicht nur Schmutz bedeutet, sondern durchaus attraktiv sein kann. Mohr sitzt ehrenamtlich im Gesellenausschuss der Handwerkskammer Region Stuttgart und weiß aus erster Hand, das Frauen in Handwerksberufen oft unterrepräsentiert sind. „Ich will zeigen, dass auch Frauen in diesen Berufen erfolgreich sein können und dafür ist dieser Wettbewerb perfekt geeignet“, erklärt Mohr.

Auf ihren Beruf als Fahrzeuglackiererin ist Mohr zufällig gestoßen. „Eigentlich wollte ich Kinderkrankenschwester oder Hebamme werden“, erzählt sie. Bei einem Praktikum in einer Fahrzeuglackiererei hatte sie aber so viel Spaß, dass sie sich kurzerhand umentschieden hat. Mohr findet, dass sich junge Menschen grundsätzlich wieder mehr für Handwerksberufe interessieren sollten.

So läuft der Wettbewerb ab

Egal ob Azubis, Gesellen, Meister, Inhaber, Arbeitsuchende oder gelernte Handwerker, die inzwischen in einer anderen Tätigkeit gelandet sind – alle können sich für den Kalender bewerben. Dazu laden sie bis zu fünf Fotos auf der Internetseite hoch und mobilisieren Familie, Freunde und Bekannte, für sie abzustimmen. Die Jury wählt aus den jeweils 30 Frauen und Männer mit den meisten Votes je 18 Kandidaten aus und lädt sie zum Fotoshooting ein. Die zwölf besten Fotos kommen in den Kalender.

Anschließend nominiert die Jury sechs Kalendermodels für die Wahl zu „Miss und Mister Handwerk 2018“. Wieder kann online abgestimmt werden, die Sieger werden auf der Internationalen Handwerksmesse in München im Frühjahr 2018 bekannt gegeben.

Ein richtiger „Hingucker“

Gerd Kistenfeger, Pressesprecher der Handwerkskammer Region Stuttgart, glaubt, dass der Handwerkskalender helfen kann, mehr junge Menschen für Handwerksberufe zu interessieren. Der ganze Wettbewerb sei eine interessante PR-Aktion, um Nachwuchs anzuwerben. Die Bilder im Kalender findet er sympathisch, professionell und attraktiv. Erfolgreiche, junge Handwerker würden hier aus einer anderen Perspektive gezeigt. Das sei überhaupt nicht verwerflich, sondern ein richtiger „Hingucker“. Was Kistenfeger besonders schön findet: „Durch die Bilder kommt er Spaß am Handwerk zum Ausdruck.“

Trotzdem geht es beim Wettbewerb „Germany’s Power People“ nicht nur um Spaß und hübsche Bilder. „Wer Miss beziehungsweise Mister Handwerk 2018 wird, ist ein Jahr lang Botschafter des Handwerks“, sagt Kistenfeger. Die Gewinner sind ehrenamtlich auf unterschiedlichen Veranstaltungen unterwegs und vertreten die Branche nach außen, erklärt er weiter.