Handwerkskammer und IHK Region Stuttgart Appell gegen Rassismus

Von tht 

Die Spitzen von IHK und Handwerkskammer in der Region Stuttgart bekennen sich zu weltoffenem und tolerantem Deutschland und distanzieren sich von rechten Einstellungen. Bereits jede zehnte Lehrstelle im Handwerk ist mit einem Geflüchteten besetzt.

Flüchtlinge lernen die Arbeit mit einem Schweißbrenner. Die Zahl der Azubis ohne deutschen Pass steigt. Foto: dpa
Flüchtlinge lernen die Arbeit mit einem Schweißbrenner. Die Zahl der Azubis ohne deutschen Pass steigt. Foto: dpa

Stuttgart - Wirtschaftskammern bekennen sich zu weltoffenem Deutschland: In den Betrieben der Region Stuttgart ist kein Platz für Rassismus.“ Mit diesem Appell sprachen sich die Spitzenvertreter des Handwerks und der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart am Donnerstag für Toleranz, Vielfalt und Chancengleichheit aus. „Rechte und rechtsnationalistische Einstellungen haben in den Betrieben keinen Platz“, heißt es in einem gemeinsamen Papier.

„An den Werkbänken, in den Büros und auf den Baustellen der regionalen Wirtschaft arbeiten seit jeher Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Voraussetzungen zusammen“, betonte Handwerkskammerpräsident Rainer Reichhold bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Wirtschaftskammern. Dies lasse sich auch anhand von Zahlen belegen: Von den mehr als 4000 kürzlich neu gestarteten Auszubildenden im Handwerk der Region Stuttgart seien bereits knapp 400 Geflüchtete, das entspricht fast zehn Prozent.

1600 von 10 000 Azubis haben ausländischen Pass

„Die regionale Wirtschaft und auch die IHK stehen für Solidarität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“, sagte IHK-Präsidentin Marjoke Breuning. „Das Erfolgsrezept vieler Betriebe ist Diversität, Internationalität und Zusammenarbeit. Die meisten Unternehmen leben dies täglich vor.“ Von rund 10 000 neuen Auszubildenden in der Region Stuttgart haben demnach mehr als 1600 einen ausländischen Pass. Die am häufigsten vertretenen Nationalitäten in den Unternehmen sind die türkische, die italienische und die griechische. Außerdem kommen mehr als 300 der neuen Azubis bereits aus den klassischen Fluchtländern, insbesondere aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

„Wir setzen uns für einen respektvollen Umgang miteinander, Chancen für alle, Offenheit und Meinungsfreiheit ein“, erklärten die Kammer-Spitzen weiter. Diesen Werten sollte im täglichen Miteinander im Betrieb sowie bei der Zusammenarbeit mit Partnern und gegenüber Kunden Geltung verschafft werden.