Handys in Schulen Verbote in verschiedenen Varianten

Von Sophia Jedrzejczak 

Für die Jugendlichen gehören Handys zum Alltag. An den meisten Schulen sind die Geräte aber nicht gern gesehen oder gar verboten. Die Schulen in Degerloch, Birkach, Plieningen und Sillenbuch handhaben das unterschiedlich.

Jugendliche nutzen Handys und Smartphones intensiv. Vielen fällt es schwer, ein paar Stunden im Schulunterricht die Geräte auszustellen. Foto: dpa
Jugendliche nutzen Handys und Smartphones intensiv. Vielen fällt es schwer, ein paar Stunden im Schulunterricht die Geräte auszustellen. Foto: dpa

Fiilder - Das Handy ist ein ständiger Begleiter vieler Jugendlicher. Geht es nach ihnen, dürfte es in der Schule natürlich auch nicht fehlen. Um dem Konsum der modernen Medien zumindest im Unterricht entgegenzuwirken, haben die meisten Schulen daher ein Handyverbot ausgesprochen. Doch die Varianten dieser Regelungen unterscheiden sich – auch an den Schulen unter dem Fernsehturm.

Die Waldschule in Degerloch hat das Verbot dieses Schuljahr eingeführt und ist in dieser Hinsicht ein Nachzügler. „Wir sind die Letzten, die das Handyverbot eingeführt haben. Vorletztes Jahr gab es da eine große Welle“, sagt Schulleiter Kai Buschmann. Bisher durften die Schüler von der zehnten Klasse an ihr Handy benutzen, auf dem Schulhof war das für alle erlaubt. Nun hat sich das geändert, das Mobiltelefon muss aus sein, und das überall auf dem Gelände der Waldschule.

Für Notfälle gibt es das Schülertelefon

An der Fritz-Leonhardt-Realschule in Degerloch, am Paracelsus-Gymnasium-Hohenheim (PGH) und an der Waldorfschule Silberwald in Sillenbuch gibt es diese Regelung schon länger. „Ab dem Betreten des Schulhofs müssen alle elektronischen Geräte ausgeschaltet und sicher verstaut werden“, erklärt Karin Grafmüller. Sie ist die Schulleiterin der Fritz-Leonhardt-Realschule. Wenn ein Telefon doch einmal in der Schule nötig wird, beispielsweise, weil es einem Kind schlecht geht, heißt die Lösung an der Realschule sowie dem PGH: Schülertelefon. Damit können die Schüler vom Sekretariat aus zu Hause anrufen. „In Ausnahmefällen bin ich allerdings auch dafür, dass ein Kind sein Handy mit sich führen sollte“, sagt die Leiterin der Realschule. Wenn es später werde oder die Bahn wieder einmal streike zum Beispiel. „Es ist auch eine Herausforderung für die Schüler, von Schulbeginn bis -ende ohne Handy auszukommen“, sagt Julius Göring. Er ist Geschäftsführer der Waldorfschule Silberwald. Dort gilt seit der Eröffnung vor acht Jahren das allgemeine Handyverbot. Anders als an der Realschule glaubt er, „dass Sonderregelungen in Zukunft durchaus relevant werden könnten“.

Die Körschtalschule in Plieningen sowie die Internationale Schule in Degerloch haben bereits solche Ausnahmen. „Während der Mittagspause in der Ganztagsschule darf das Handy im Schülercafé lautlos benutzt werden“, sagt Stefanie Lenuzza von der Körschtalschule.

Chatten und simsen in den Pausen

Die Internationale Schule hat da schon eine Handvoll mehr solcher Sonderregelungen. Ab der sechsten Klasse gibt es Lockerungen bei der Benutzung von Mobiltelefonen. Von der neunten Klasse an dürfen die Schüler auch in den Pausen chatten, simsen oder in Facebook vorbeischauen. „Ich denke, diese Methode ist für unsere Art von Schule angemessen“, sagt Schulleiter Matthias Krusch. Laptopschule nennt sich die dort geführte Form. Das bedeutet, Schüler von der fünften Klasse an nutzen für den Unterricht regelmäßig ihre tragbaren Computer. „Bei uns kommen die Schüler aus der ganzen Welt, nicht alle können von Beginn an perfekt Englisch, also ist dies bei Verständnisschwierigkeiten eine gute Lösung“, sagt Krusch. Wer gegen das sonstige Verbot verstößt, dem wird das Handy abgenommen. Im Sekretariat wartet es bis zum Schulschluss auf seinen Besitzer, ältere Schüler erhalten erst nur eine Verwarnung. Die Fritz-Leonhardt-Realschule sowie die Körschtalschule halten es ebenso. Am Paracelsus-Gymnasium und an der Waldorfschule Silberwald sieht es da schon etwas strikter aus. Am PGH gibt es ab dem dritten Verstoß eine Strafe: „Dann erfolgt ein Klassenbucheintrag verbunden mit einer sozialen Tätigkeit“, sagt der Schulleiter Siegfried Frey.

Eltern müssen das Handy abholen

An der Waldorfschule müssen die Eltern vorbeikommen und das Handy ihres Schützlings abholen. „Eins habe ich hier schon seit Monaten liegen. Ich glaube manche Eltern sind da auch froh drüber“, sagt der Geschäftsführer Julius Göring.

Ganz unbehelligt von diesem Thema bleiben dagegen die Grundschule Birkach sowie die Filderschule in Degerloch. „Die Grundschüler haben noch kein Handy, das ist also bei uns gar kein Thema“, sagt die Degerlocher Schulleiterin Carola Frech.

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