Eine deutsche Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ soll nach ihrer Rückkehr nach Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne.
Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen. Das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Sonntagabend mit. Das Schiff war von einem Hantavirus-Ausbruch betroffen.
Insgesamt vier deutsche Passagiere der „Hondius“ befinden sich auf dem Rückweg nach Deutschland. Sie gehören zu einer Gruppe von 26 Passagieren und Crewmitgliedern, die am Sonntagnachmittag von der Kanareninsel Teneriffa in Richtung Niederlande gestartet ist. Die Maschine sollte am Abend auf dem Militärflughafen Eindhoven landen.
Nach Angaben des Ministeriums zeigt die Person, die nach Baden-Württemberg gebracht werden soll, derzeit keine Krankheitssymptome. Nach der Landung in Eindhoven soll sie zunächst nach Frankfurt am Main transportiert und dort erneut von Fachleuten untersucht werden. Der Weitertransport nach Baden-Württemberg ist für Montag geplant. Angaben zur Identität der betroffenen Person machte das Ministerium aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.
Ministerium: Kein Anlass für besondere Maßnahmen
Das zuständige Gesundheitsamt im Regierungsbezirk Stuttgart hat die häusliche Quarantäne angeordnet und soll die Maßnahme eng begleiten. Während der Quarantäne werde der Gesundheitszustand regelmäßig überwacht. Dazu gehöre ein tägliches Symptommonitoring, teilte das Ministerium mit. Sollten Krankheitszeichen auftreten, würden umgehend weitere medizinische Schritte eingeleitet.
Für die Bevölkerung in Baden-Württemberg sieht das Ministerium derzeit keinen Anlass zu besonderen Vorkehrungen. „Für die Bevölkerung in Baden-Württemberg besteht nach aktueller Bewertung kein Anlass zu besonderen Maßnahmen“, hieß es aus Stuttgart.
Sondertransport nach Frankfurt
Für den Transport der vier deutschen Passagiere von Eindhoven nach Frankfurt wurden Einsatzkräfte der Feuerwehren Essen und Frankfurt angefordert. Sie sollen die Betroffenen am Militärflughafen in Eindhoven übernehmen. Noch in der Nacht sollte der Weitertransport in einem sogenannten Sonderisoliertransport nach Frankfurt erfolgen. Von dort aus sollen die Passagiere in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden.
Vor der Ausschiffung hatten Ärzte an Bord der „Hondius“ eine epidemiologische Untersuchung durchgeführt. Dabei wurden nach bisherigen Angaben bei keinem der rund 140 bis 150 Passagiere und Crewmitglieder Symptome festgestellt.
Mehrere bestätigte Fälle, drei Tote
Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es im Zusammenhang mit dem Ausbruch sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei der acht betroffenen Personen starben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine deutsche Frau.
Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging. Demnach könnten sich die beiden bereits vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben.