HAP Grieshabers Tochter Sie liebt ihre Kunst und ihre Tiere

Von Sten Martenson, Nairobi 

Es scheint keineswegs klar zu sein, ob Nani Croze mehr ihr Glas oder mehr ihre Tiere liebt. Die Paviane, die sich mit Vorliebe am Pool tummeln, vielleicht weniger. Und auch nicht die gefährlichen Wildtiere, die Kitengela blutige Besuche abstatten. Wie drei Löwen im vergangenen Juli, die drei Eseln den Garaus machten. Ahnungslos begruben die kenianischen Angestellten in Abwesenheit Nani Crozes die Eselreste. Das wiederum fanden die Hyänen aus dem Nationalpark eine gute Idee und gruben die Kadaver in der Nacht darauf gierig aus. Geliebt aber sind die elf Hunde von Tolstoi bis Coco, die wachsamen Gänse, Craig, der zahme Kronenkranich, und der uralte ägyptische Geier, der nie fliegen gelernt hat.

Neben ihrem Einsatz für die Glaskunst und für verwaiste Tiere engagiert sich Nani Croze auch für die von ihr gegründete Waldorfschule im nahe gelegenen Stadtteil Mbagathi. 330 Jungen und Mädchen werden von 19 Lehrern in schmucken Pavillons unterrichtet. Unermüdlich versucht sie, Sponsoren aufzutreiben, mit deren Hilfe der Schulbetrieb aufrechterhalten und ausgebaut werden kann. Das bringt oft schwer nachvollziehbare Konflikte mit der kenianischen Bürokratie mit sich.

Keine Lust auf Schnee

Am Herzen liegt ihr aber auch, das Selbstbewusstsein kenianischer Künstler zu stärken. Zu diesem Zweck hat sie vor drei Jahren einen Jahreskalender zusammengestellt, der Woche für Woche einen einheimischen Künstler vorstellt. Wenn sie Wochenendkurse für Kinder veranstaltet, in denen diese kreative Mosaikbilder zusammenfügen, legt sie vielleicht schon den Grund für eine künftige Künstlergeneration. Und so schwebt ihr auch vor, Sommerschulen zu veranstalten, wie es im niederbayerischen Frauenau der deutsche Glaskünstler Erwin Eisch vormacht. Und noch einen Zukunftstraum träumt sie: den von einer Glasfachschule. Das Grundstück dafür wäre schon vorhanden.

Nani Croze ist inzwischen 69 Jahre alt und auf dem Papier noch unverändert deutsche Staatsbürgerin. Nicht, weil sie sich ein Hintertürchen offenhalten will. Solcher Formkram ist ihr nicht wichtig. Afrika ist ihre Welt, an der sie „in keinem Moment“ etwas auszusetzen hat. Nach Europa zurück? „Keine zehn Pferde würden das schaffen“, ist sie sich sicher. „Ich kann mir Deutschland im Schnee gut vorstellen und bin soooo froh, nicht da zu sein.“




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