InterviewHarrison Ford über Natur und Karriere „Eine verdammt schwierige Lage“

Von Patrick Heidmann 

Über seine politischen Ansichten mag der Superstar Harrison Ford eigentlich nicht reden. Aber seine Liebe zur Natur bringt ihn dann doch dazu, gegen Donald Trump Stellung zu nehmen.

Harrison Ford in „Ruf der Wildnis“ – der Hund an seiner Seite entstammt dem Computer. Foto: epd/Fox Deutschland
Harrison Ford in „Ruf der Wildnis“ – der Hund an seiner Seite entstammt dem Computer. Foto: epd/Fox Deutschland

Stuttgart - Kaum ein Schauspieler kann auf so viele legendäre Rollen zurückblicken wie Harrison Ford. Als Han Solo in „Krieg der Sterne“ wurde er zum Star, später stand er als Indiana Jones und in „Blade Runner“ vor der Kamera. Nun ist er in der Jack-London-Adaption „Ruf der Wildnis“ im Kino zu sehen.

Mr. Ford, taugt Londons Roman „Ruf der Wildnis“ von 1903 noch fürs Kino?

Das ist einfach ein Klassiker. Zu meinen Schulzeiten war es Pflichtlektüre. da werden wichtige Themen verhandelt.

An Relevanz hat die Geschichte eines Hundes im Alaska des ausgehenden 19. Jahrhunderts also nichts eingebüßt?

Schauen Sie sich das Leben an, das wir leben. Das Schlamassel, in dem wir uns befinden, unseren politischen und gesellschaftlichen Alltag. Das, was wir der Natur antun – reicht das nicht als Relevanz?

Den Ruf der Wildnis, also der Natur haben Sie schon lange gehört, nicht wahr?

Ich kämpfe schon lange für die Natur, für ihren Schutz und Erhalt. Es gibt kein größeres Geschenk als all den Überfluss, den sie uns gewährt.

Wie lässt sich denn die Natur noch retten?

Es kommt darauf an, der Wissenschaft zu vertrauen und Antworten auf das Rätsel des Lebens nicht in irgendwelchen Ideologien suchen. Sonst werden wir durch ideologische Grabenkämpfe getrennt. Der gemeinsame Nenner ist immer die Wissenschaft. Und es ist so schmerzhaft wie lächerlich mit anzusehen, wie sie heutzutage teilweise verunglimpft wird – nur um den Status quo zu erhalten. Da befinden wir uns aktuell in einer verdammt schwierigen Lage. Aber ich bin mir sicher, dass wir da wieder hinausfinden.

Haben Sie einen Favoriten, wer diese Aufgabe übernehmen soll? Wer soll es Ihrer Meinung nach mit Trump aufnehmen?

Das geht Sie gar nichts an. Aber insgesamt wünsche ich mir natürlich, dass der Kandidat oder die Kandidatin für die Demokraten antritt, der oder die Trump schlagen kann. So einfach ist das.

Um noch einmal auf „Ruf der Wildnis“ zu kommen: Sind Sie ein Hundemensch?

Diese dreckigen kleinen Biester (lacht). Quatsch, ich liebe Hunde natürlich. Ich habe mein Leben lang immer Hunde besessen. Im Moment sind es drei! Und die dürfen sogar in meinem Bett schlafen.

Der Hund im Film ist allerdings komplett computergeneriert. War das nicht seltsam?

Ach, auch nicht seltsamer als vieles andere. Beim Film ist letztlich fast alles eine Illusion, man verkleidet sich und tut als ob. Diese kindliche Seite weiß ich durchaus zu schätzen.

Sie hatten schon einmal eine ikonische Leinwandfreundschaft mit einem nicht-menschlichen Partner. Haben Sie Parallelen entdeckt zwischen Buck und Chewbacca?

Kein bisschen. Die Geschichten, die da erzählt wurden, und die Funktion der Figuren innerhalb dieser Geschichten lassen sich nicht vergleichen.

Wo wir gerade bei „Star Wars“ sind: im jüngsten Film „Der Aufstieg Skywalkers“ hatten Sie einen letzten kleinen Gastauftritt. Womöglich doch aus Nostalgie?

Nein, nein, wirklich nicht. J. J. Abrams hat mich einfach gefragt – und ich habe nicht lange überlegt. J. J. ist ein netter, kluger Typ. Und Han Solo war zuletzt ja immer ein bisschen für Würde und emotionalen Unterbau der Geschichte zuständig.

Demnächst werden Sie eine weitere Rolle Ihres filmhistorischen Vermächtnisses wieder aufleben lassen: Indiana Jones.

Vermächtnis! Das ist auch so ein Wort, das mich nicht interessiert. Damit kann ich nichts anfangen. Aber ja, Spielberg und ich drehen einen neuen „Indiana Jones“-Film. Und anders als Han Solo wird er nicht sterben. Aber weitere Details zum Plot gehen Sie ungefähr so viel an wie meine politische Einstellung (lacht).

Aber wie bald wird denn gedreht?

Wir kämpfen gerade mit ein wenig Treibsand, um es mal so auszudrücken. Aber unsere Pläne sind ambitioniert und wir hoffen, so bald wie möglich mit der Produktion beginnen zu können. Lange ist es wohl nicht mehr hin!