Kurioser Diebstahl in Hattenhofen 1800-Euro-Christbaum wird zum Kriminalfall

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Diebe haben sich in Hattenhofen an einer ganz speziellen Tanne vergriffen. Jetzt sucht die Polizei nach dem Baum, der für 1800 Euro eigentlich schon verkauft wurde.

Von wegen „fröhliche Weihnacht“ – in Hattenhofen haben Diebe eine ganz besondere Tanne gestohlen. Foto: imago stock&people
Von wegen „fröhliche Weihnacht“ – in Hattenhofen haben Diebe eine ganz besondere Tanne gestohlen. Foto: imago stock&people

Hattenhofen - Die ersten Zeugen haben sich bereits gemeldet, ob ihre Aussagen helfen, den Fall aufzuklären? Diebe haben in der Nacht auf Sonntag eine ungewöhnlich schöne Tanne von einer Christbaum-Plantage bei Hattenhofen gestohlen. Ob die Täter wohl wussten, dass sie ausgerechnet den Baum absägten, den der Plantagenbesitzer Georg Gallus junior kurze Zeit vorher wegen seines makellosen Wuchses und seiner Höhe von vier Metern für ein Kunsthaus in London ausgesucht hatte, das nach einer Weihnachtsattraktion suchte? „Ich habe den Baum für 1800 Euro verkauft, das ist der höchste Preis, den wir je bekommen haben“, sagt Gallus wutentbrannt.

Diebe müssen mit dem Vier-Meter-Baum durch den Ort gefahren sein

Es komme immer wieder vor, dass kleinere Bäume gestohlen würden, erzählt Gallus. „Normalerweise mache ich deshalb keinen Stress, aber in diesem Fall ist das etwas anderes.“ Schließlich gehe es nicht um irgendein Bäumchen. Gallus hat deshalb 1000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Die Zeugen haben bestätigt, was Gallus vermutet hatte: Die Täter waren zu zweit oder dritt und mit schwerem Gerät zu Gange. Bei einem Spaziergang am vergangenen Samstag gegen 19.30 Uhr von Zell durch den Wald nach Hattenhofen sahen die Zeugen, wie die Männer den Baum mit einem kleinen Radlader 200 Meter durch den Wald zu einem Anhänger schafften.

„Leider haben sie sich das Kennzeichen nicht gemerkt“, sagt Gallus. Er hofft jetzt, dass weitere Zeugen gesehen haben, wie die Täter mit der Vier-Meter-Tanne durch Hattenhofen fuhren. Sollte sie gefunden werden, ist Gallus sicher, dass er beweisen kann, das es seine ist: Er hatte den Baum für seinen Kunden fotografiert. Die Polizei hat ihm allerdings „aus ermittlungstaktischen Gründen“ davon abgeraten, das Bild einem Steckbrief gleich zu veröffentlichen.

Für ein Wohnzimmer ist der Baum zu groß. Steht er jetzt auf irgendeinem Dorfplatz?

Außerdem, so berichtet Gallus, könne man den „genetischen Fingerabdruck“ über den Baumstumpf erfassen. Der Landwirt geht davon aus, dass die Diebe keine Privatleute waren, sondern die Tanne weiterverkaufen wollten. Schließlich sei der Baum für ein normales Wohnzimmer deutlich zu groß. Womöglich steht der gestohlene Christbaum bereits auf irgendeinem Dorfplatz oder vor einem Firmengebäude.

Für seinen Londoner Kunden hat Gallus inzwischen drei, vier Ersatzbäume im Blick. Welcher letztlich die Reise über den Kanal antritt, hat er aber noch nicht entschieden. Offenbar kommt einfach kein Baum an die gestohlene Super-Tanne heran, weshalb er den Fall auch nicht einfach auf sich beruhen lassen will. Die Polizei in Bad Boll (Telefonnummer: 0 71 61/9 38 10) nimmt Hinweise von Zeugen entgegen.




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