Großes Interesse am Hotel Silber

Natürlich hänge die Resonanz immer vom Erfolg der Sonderausstellungen ab. Beispielsweise sei die bundesweit beachtete Schau über die RAF ein Publikumshit gewesen. Eine solche Bestätigung erfahren Lutum-Lenger und ihre Mitarbeiter derzeit auch mit dem Hotel Silber: Gerade erst am 3. Dezember eröffnet, hat der ehemalige Sitz der Gestapo und Ort des NS-Terrors immenses Interesse geweckt und bereits 16 000 Besucher angezogen, die eine Konfrontation mit Zeugnissen von Gewalt, Folter und Mord nicht scheuen. „Unsere Zweigstellen erstrecken sich bis in den Odenwald“, erklärt Lutum-Lenger und zählt unter anderen auf, was zu ihrem Aufgabenbereich gehört: Die Erinnerungsstätte im Alten Schloss für die Gebrüder Stauffenberg, der Hohenasperg als deutsches Gefängnis, die ehemalige Synagoge in Haigerloch mit Spuren zerstörten jüdischen Lebens oder beispielsweise das Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim. Neben dem Hotel Silber sind jüngst zwei weitere Zweigstellen dazu gekommen: Die Reichsarbeitsdienst-Baracke, die 1943 in Schwäbisch-Hall-Hessental und und das Mahnmal zur Stuttgarter NS-Justiz im und vor dem Landgericht zum Gedenken an 423 Menschen, die von 1933 bis 1944 im Lichthof hingerichtet wurden. Immer neue Anreize als Motivation zum Besuch zu schaffen, ist für Lutum-Lenger unverzichtbar: „Wir werden ganze Kapitel in der Dauerausstellung neu gestalten und Geschichte mit neuen Exponaten lebendig werden lassen“, gibt sie einen Ausblick. Fest steht bereits auch das Thema der nächsten Landesausstellung mit dem Titel „Die Trilogie der Emotionen“. Gemeint sind damit Gier, Hass und Liebe, die auch den Lauf der Geschichte beeinflussen.