Haus der Kulturen im Stuttgarter Rathausquartier Unterschiedliche Resonanz auf Vorstoß von OB Nopper

Das Haus der Kulturen könnte anstelle des Parkhauses entstehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Das Haus der Kulturen könnte anstelle des Parkhauses entstehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Ein „Haus des Miteinanders der Kulturen“ in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses? Der Vorstoß von OB Frank Nopper (CDU) hat die Stadträte verblüfft. Auch die Mitinitiatoren des Projekts äußern sich verhalten optimistisch.

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Stuttgart - Der Vorschlag von OB Frank Nopper, im unmittelbaren Umfeld des Rathauses auf dem Areal des derzeitigen Kaufhof-Parkhauses ein Haus des Miteinanders der Kulturen nebst eines Zentrums der Architektur zu errichten, sorgt in und außerhalb des Rathauses für unterschiedliche Reaktionen. Nopper hatte am Dienstag Recherchen unserer Zeitung bestätigt, wonach er mit dem Eigentümer der Galeria Karstadt Kaufhof, den österreichischen Milliardär René Benko, im Streit um das Vorkaufsrecht für das gesamte Galeria-Kaufhof-Areal eine Einigung anstrebe und dies mit einem Vorschlag zur Nutzung des Parkhaus-Geländes garniert. Benko soll demnach die Kaufhof-Karstadt-Filiale nach eigenem Gusto neu gestalten dürfen, würde im Gegenzug aber das Parkhausgrundstück an die Stadt abtreten.

Die Ratsfraktionen zeigten sich von dem Vorschlag überrascht – zumeist angenehm. Die CDU-Fraktion ist angetan von der Idee: „Der dringende Bedarf für ein solches Haus ist vorhanden, und mit einer konkreten Adresse lässt sich das Raumprogramm auch exakter definieren“, meint Fraktionschef Alexander Kotz. Zudem würde ein Veranstaltungssaal wie im Konzept der Initiatoren vorgesehen, den Großen Sitzungssaal im Rathaus entlasten, der in Nicht-Corona-Zeiten nahezu immer mit Veranstaltungen belegt sei.

Linksfraktion will sich das Vorkaufsrecht für den Kaufhof nicht abhandeln lassen

Die SPD will den Vorstoß zunächst beraten: „Dass die Stadt dort wenigstens teilweise zum Zug kommen könnte, finde ich grundsätzlich positiv“, so Fraktionschef Körner. Mathias Oechsner (FDP) nennt Noppers Idee „eine gute Diskussionsgrundlage“. Grünen-Fraktionssprecher Winter erklärte: „Auch wenn der Vorschlag unvermittelt kommt: Er zeigt doch, dass auch OB Nopper die Wichtigkeit und Bedeutung eines Hauses der Kulturen sieht.“ Der Vorschlag müsse nun auch hinsichtlich der architektonischen Gestaltung sorgfältig geprüft werden.

Hannes Rockenbauch von der Linksfraktion lobt zwar den Nutzungsvorschlag, will sich aber damit das Vorkaufsrecht für die Kaufhof-Filiale nicht „abkaufen“ lassen. Das Forum der Kulturen begrüßt die Idee grundsätzlich: Zu prüfen sei allerdings, „ob das Areal für eine umfassende und multifunktionale Nutzung groß genug ist“ und wie sich dies mit einer scheinbar angedachten Gemeinschaftsnutzung mit einem Architekturzentrum „vertragen soll“, heißt es in einer Stellungnahme.




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