Haus des Waldes in Stuttgart-Degerloch Was es bedeutet, ein symbolischer Ort zu sein

Winfried Kretschmann auf dem Weg in die Ausstellung Foto: dpa/Bernd Weissbrod
Winfried Kretschmann auf dem Weg in die Ausstellung Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Grüne und CDU haben das Haus des Waldes in Stuttgart-Degerloch bewusst als Ort für den Auftakt ihrer Koalitionsverhandlungen ausgewählt. Berthold Reichle, der Leiter des Haus des Waldes, erzählt, warum das aus seiner Sicht keine Symbolpolitik war.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)
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Degerloch - Berthold Reichle hatte nur wenige Tage Zeit, um sich zu überlegen, was er auf jeden Fall platzieren will. „Solche Chancen hat man nicht allzu oft“, sagt der Leiter des Haus des Waldes in Stuttgart-Degerloch. Die baden-württembergische CDU hat seine Einrichtung nahe des Stuttgarter Fernsehturms ausgewählt, um die Koalitionsgespräche mit den Grünen zu eröffnen. Das Haus des Waldes, ein symbolischer Ort für den Weg, den die neue grün-schwarze Landesregierung beschreiten will. So hieß es im Zusammenhang mit der Wahl des Treffpunkts für das Auftaktgespräch.

Diesen Eindruck hat er in Zweiergesprächen gewonnen

Und Berthold Reichle sagt, er nehme es den handelnden Personen ab, hier nicht nur Symbolpolitik zu betreiben. „Mein Gefühl ist, unser Thema ist da wirklich angekommen“, sagt Reichle und meint den Klimaschutz und alles, was damit verbunden ist. „Es ist klar geworden: Es muss gehandelt werden.“ Diesen Eindruck habe er in Zweiergesprächen vor und nach der Sitzung gewonnen. Bei dem Gespräch zwischen den mutmaßlichen Koalitionären war Reichle freilich nicht dabei, doch er durfte als Hausherr die Gäste begrüßen. Und für diese wenigen Minuten, die da für ihn eingeplant waren, hat sich Reichle gut überlegt, wie er sie füllen würde. „Damit vielleicht auch etwas davon bleibt.“

Also hat er darüber gesprochen, dass es aus seiner Sicht um wichtige Weichenstellungen geht, um die Lebensgrundlage der Menschen zu erhalten. Und auch, dass es dafür ordnungspolitische Maßnahmen braucht, um schnelle Wirkung zu erzielen, dass man aber auch die Menschen mitnehmen müsse, „man muss sie zu Akteuren machen“, sagt er. Zum Beispiel im Haus des Waldes. Es ist eine Landeseinrichtung, die zum Ressort des Ministers Peter Hauk (CDU) gehört.

Landespolitiker nicht zum ersten Mal in Stuttgart-Degerloch

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass sich Landespolitiker in der Einrichtung im Degerlocher Wald versammelt haben. So gab es dort bereits eine Kabinettssitzung, ebenfalls mitten in der Dauerausstellung „Stadt, Wald, Welt“. So auch nun am 8. April, als die Gäste von 11 bis 15 Uhr da waren. Und so saßen die Verhandler zwischen ausgestopften Füchsen und Rehen, mit Blick auch auf globale Themen und natürlich immer wieder Nachhaltigkeit. „So war die Ausstellung auch immer gedacht“, sagt Berthold Reichle. Dass Besucher nicht nur durchschlendern, sondern dass sie auch verweilen, sich eben zu Veranstaltungen treffen. In einer Umgebung, die für sich spricht.

Durch die Verglasung hat man den Eindruck, im Wald zu sitzen, „der Wald ist präsent, das Thema ist präsent, da muss man nicht mehr so viel sagen“, sagt Reichle. Das habe die Teilnehmer beeindruckt. Ob so sehr, dass sich Grüne und CDU während ihrer Koalitionsgespräche erneut nach Degerloch begeben werden, ist noch nicht entschieden, sagt Reichle, „angesprochen wurde es, aber es wurde noch offengelassen“.

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