Haushalt in Schönaich Unterm Strich fehlen zwei Millionen
Der Schönaicher Gemeinderat verabschiedet den Etat 2022 ohne Gegenstimme. Im Ergebnishaushalt steht aber ein dickes Minus, das ausgeglichen werden muss.
Der Schönaicher Gemeinderat verabschiedet den Etat 2022 ohne Gegenstimme. Im Ergebnishaushalt steht aber ein dickes Minus, das ausgeglichen werden muss.
Schönaich - Der Gemeinde geht es wie den meisten Kommunen im Kreis Böblingen: Man befindet sich im Reparaturmodus und muss auch in die Zukunft investieren. Dieser Zwiespalt kennzeichnet auch den Haushalt, der am Montagabend in der Gemeindehalle verabschiedet wurde. Das Bemerkenswerte lag nicht in der gegenüber der Einbringung kaum veränderten Haushaltsplanung, sondern in der Einmütigkeit zwischen Verwaltung und Gemeinderat.
Einstimmig hieß es bei allen vorgelegten Plänen und Punkten. Bürgermeisterin Anna Walther und ihr Team, allen voran Kämmererin Sarah Horn, ernteten dann auch Lob für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die gründliche Vorbereitung – ebenso einstimmig. Anna Walther: „Es war ein Kraftakt der Verwaltung.“ Kommentar aus dem Plenum: „Die Arbeit im Gemeinderat macht Spaß.“ Trotzdem gibt es ein Problem: Der Fehlbetrag im Ergebnishaushalt, der die laufenden Einnahmen und Ausgaben darstellt, beläuft sich auf 1,9 Millionen Euro – den Aufwendungen von rund 28 Millionen Euro stehen Einnahmen von 26 Millionen Euro gegenüber. Für das Personal gibt die Gemeinde insgesamt gut eine Million Euro aus. Immerhin liegen die Gewerbesteuereinnahmen bei 3,5 Millionen Euro.
Eine der größten Investitionen macht die Gemeinde direkt im Hasenbühl. Nördlich der Gemeindehalle entstehen Sozialwohnungen, die Baukosten schlagen in diesem Jahr mit 700 000 Euro zu Buche. Insgesamt werden dort 4,7 Millionen Euro investiert. In direkter Nachbarschaft steht die Sanierung der Sporthalle an – für 570 000 Euro.
Ganz wichtig ist dem Gemeinderat die Zukunft der Johann-Bruecker-Realschule. Das Gremium legte fest, dass gemeinsam mit der Schulleitung ein Zukunftskonzept erarbeitet werden soll. Kosten: 950 000 Euro, abzüglich 415 000 Euro Förderung.
Es sind aber nicht nur die großen Posten, die für die Bürger einen Zuwachs an Lebensqualität bedeuten sollen. So wurden auch kleinere Positionen in das Zahlenwerk integriert, etwa 42 000 Euro für geplante Kfz-Elektrolade-Stationen. Der Gemeinde-Vollzugsdienst soll auf 150 Prozent aufgestockt werden. Damit , so die Hoffnung, kann insbesondere die Krankheit- und Urlaubsvertretung besser geplant werden, was sich mit insgesamt 80 000 Euro pro Jahr niederschlägt. Für barrierefreie Bushaltestellen sind 270 000 Euro eingestellt, Zuschuss gibt es in Höhe von 163 000 Euro.
Zu den bereits bekannten Investitions- und Reparaturplänen zählen diverse Straßenverbesserungen, hier insbesondere die Max-Eyth-Straße, für die allein im laufenden Jahr über zwei Millionen ausgegeben werden sollen. Ein Dorn in den Augen war für etliche Räte auch das Brommer-Areal, das vom Ordnungsamt genauer unter die Lupe genommen werden soll.
Schönaich soll attraktiver werden, und es wurde seitens des Gemeinderats noch einmal bekräftigt, dass das Stadt-Planungsbüro Reschl beauftragt wird. In seinem Kurzvortrag stellte dessen Vertreter nicht weniger als 100 Baulücken und 240 potenzielle Leerstände fest. Hierfür wurden rund 38 000 Euro Honorar bewilligt. Noch einmal dieselbe Summe übernimmt das Ministerium für Landesentwicklung.
Einig waren sich Verwaltung und Gemeinderat auch, dass man gemeinsam mit der Stadt Böblingen die Neugestaltung des IBM-Labor-Areals planen will. Die 14 Hektar in unmittelbarer Nachbarschaft zu Schönaich sollen vor allem der Wohnbebauung dienen, die daraus entstehenden Verkehrsströme werden auch Schönaich betreffen. Die Bürgermeisterin versprach engsten Kontakt zu den Planern.