Haushaltsgeräte-Hersteller Französische SEB-Gruppe will WMF kaufen

Das 1853 gegründete Traditionsunternehmen WMF aus Geislingen an der Steige beschäftigt 5700 Mitarbeiter. Foto: dpa
Das 1853 gegründete Traditionsunternehmen WMF aus Geislingen an der Steige beschäftigt 5700 Mitarbeiter. Foto: dpa

Der schwäbische Besteck- und Kaffeemaschinenhersteller WMF wird für fast 1,6 Milliarden Euro an den französischen Eigentümer von Moulinex und Krups verkauft. Das Unternehmen war vor der Übernahme durch einen Finanzinvestor in Turbulenzen geraten.

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Stuttgart - Der französischen Konzern SEB will den Küchengerätehersteller WMF übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte das französische Unternehmen am Montagabend mit. Man habe sich mit den Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) geeinigt. Der Wert der Transaktion belaufe sich auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Die Franzosen zahlen 1,02 Milliarden Euro in bar und übernehmen 565 Millionen Euro Schulden von WMF. Dazu kommen Pensionsverpflichtungen über 125 Millionen Euro. Der Konzern SEB ist bekannt für Marken wie Moulinex, Krups und Rowenta und stellt unter anderem Kochtöpfe, Pfannen, Küchenmaschinen und Fritteusen sowie Bügeleisen und Staubsauger her. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Erst in der vergangenen Woche hatte der SEB-Konzern, der weltweit mehr als 25 000 Mitarbeiter beschäftigt, den Kauf des deutschen Thermoskannen-Herstellers Emsa angekündigt. Die SEB-Aktie war am Montag als Reaktion auf erste Übernahmeberichte bereits vorübergehend vom Handel an der Pariser Börse ausgesetzt, wie der Börsenbetreiber Euronext mitteilte.

Auch chinesische Unternehmen waren interessiert

Neben SEB, Electrolux und De Longhi hatten auch chinesische Bieter um das Unternehmen aus Geislingen gebuhlt, darunter der Mischkonzern Haier und der Klimaanlagen- und Haushaltsgerätehersteller Midea. Als der Investor KKR 2012 einstieg, wurde WMF mit rund 600 Millionen Euro bewertet. Wegen der Übernahme durch KKR hatte sich WMF im März 2015 von der Börse verabschiedet. Der schwäbische Kaffeemaschinen-, Topf- Besteck- und Küchengerätehersteller war zuvor in Turbulenzen geraten und hatte sich ein striktes Sparprogramm auferlegt.

Der Konzern erwirtschaftet zwei Drittel seines Umsatzes von rund einer Milliarde Euro mit Töpfen, Pfannen und Besteck. Der Löwenanteil des Gewinns kommt allerdings aus dem Verkauf und der Wartung von Profi-Kaffeemaschinen für Restaurants und Bäckereien.

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