Hausmeister in Schorndorf Planspiele um die Herrenin Blau

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Hausmeister sind an Bildungseinrichtungen unentbehrlich. Ob jedoch wie bisher je Schule ein fester Hausmeister eingesetzt werden soll, wird mancherorts kontrovers diskutiert.

Hausmeister sind an Bildungseinrichtungen unentbehrlich. Foto: dpa
Hausmeister sind an Bildungseinrichtungen unentbehrlich. Foto: dpa

Schorndorf - Sollte jede Schule einen festen Haumeister haben – oder ist es sinnvoller, dessen Aufgaben auf mehrere Köpfe zu verteilen, um das Personal besser organisieren zu können? Um diese Frage kreist seit geraumer Zeit eine Debatte, welche in Schorndorf aber eher hinter den Kulissen geführt wird. Der Grund sind Überlegungen der Stadt, statt bisher nur einen einzigen künftig bis zu vier Hausmeister je Schule einzusetzen.

Die Schorndorfer Zentralen Dienste, denen die Hausmeister zurzeit angehören, stecken mitten in einer organisatorischen Überarbeitung, weil ihr betriebliches Ergebnis nicht wie gewünscht ausgefallen war. Die Stadtverwaltung hatte bereits im November vergangenen Jahres gegenüber Elternvertretern angekündigt, dass sich um jede Schule künftig ein Team von mehreren Hausmeistern kümmern werde.

Eltern äußern sich kritisch

An einigen der Schorndorfer Grundschulen stieß dieser Vorschlag indes nicht auf Gegenliebe. Man wollte nicht auf einen festen städtischen Bediensteten verzichten müssen, der sich mit den technischen Anlagen vor Ort gut auskennt. Claus Mack, ein Elternvertreter der Schorndorfer Keplerschule, startete eine Umfrage, was die Eltern seiner Schule über die Neuorganisation denken. Rund 20 bis 30 Eltern hätten geschrieben, dass sie keine Änderungen wünschten. „Noch etliche mehr haben mir das mündlich gesagt“, erzählt Mack.

Aus der Reinhold-Maier-Schule, die sich im Teilort Weiler befindet, waren zudem Sicherheitsbedenken laut geworden. „Die Toiletten unserer Schule liegen auf dem Schulhof“, sagt der Vorsitzende des Elternbeirates, Stefan Bork. Man wolle daher sicher stellen, dass die Kinder, um nicht an Unbekannte zu geraten, jeden Hausmeister kennen. Zudem sei der Mann in Blau für die Eltern ein wichtiger Ansprechpartner, argumentiert Stefan Bork.

In der Verwaltung sieht man diese enge Verzahnung zwischen manchen Schulen und ihrem Hausmeister kritisch. Mancherorts seien die Hausmeister in pädagogische Aufgaben eingebunden, sagt der Chef des Amtes für Gebäudemanagement, Steffen Schultheiß. Dennoch hat die Verwaltung ihre Pläne nun verändert. Der Grundgedanke sei, die Hausmeister und ihr Wissen um die Wartung der jeweiligen Gebäude anstatt an die Zentralen Dienste näher an das Amt für Gebäudemanagement zu binden, erklärt Steffen Schultheiß. Sie bekämen dann zwar zusätzliche Aufgaben wie die Wartung von Sporthallen hinzu. Doch sollen im Gegenzug andere Tätigkeiten, etwa die Grünpflege der Schulanlagen, künftig nicht mehr von den Hausmeistern, sondern von anderen Arbeitern der Zentralen Diensten erledigt werden.

Bei den Elternvertretern findet dieser Vorschlag Zustimmung, „Die zentralen Dienste waren wie eine fremde Firma für uns“, sagt Claus Mack. Mit den Verantwortlichen im Amt für Gebäudemanagement kooperiere man hingegen bereits seit längerer Zeit sehr gut.

Neue Regelung im kommenden Jahr

Inzwischen scheint man sich auf diese Kompromisslösung geeinigt zu haben. Die Schulleiter hätten in einer internen Sitzung bereits zugestimmt, heißt es seitens der Elternvertreter. Im Herbst solle die Umorganisierung dem Gemeinderat vorgeschlagen und dann zum Januar 2015 umgesetzt werden, kündigt Steffen Schultheiß an. Eine Reduzierung des Personals soll es seiner Aussage zufolge nicht geben. „Es soll bei 14 Köpfen bleiben“, sagt Schultheiß. Zudem solle es hinsichtlich der Grundschulen bei ein bis zwei Hausmeister bleiben, die jeder Schule fest zugeordnet seien.