Tierische Ratschläge für den Sommer: Franziska Häberle vom Tierschutzverein Filderstadt sagt, wie Haustiere die heißesten Tage des Jahres gut überstehen.

Reporterin: Simone Weiß (swe)

Bei Hitze fühlen sich viele Tiere hundeelend. Sommerliche Hochtemperaturen machten zwar vor allem Hunden zu schaffen, betont Franziska Häberle vom Tierschutzverein Tierfreunde Filderstadt. Doch auch andere Haustiere müssten vor zuviel Sonne bewahrt werden. Sie hält tierische Tipps für einen Anti-Hitze-Schutz parat.

 

Hunde Geht das Thermometer nach oben, fühlen sich Hunde nicht gerade pudelwohl. „Sie werden oft überallhin mitgenommen – selbst wenn es zu heiß ist“, sagt Franziska Häberle. Sie rät daher beim „Gassi-Gehen“ zu schattenreichen Waldwegen. Asphalt solle vermieden werden. Ein guter Hitzegradmesser sei der „Pfoten-Test“: „Ist der Boden zu heiß für die Hand, ist er auch zu heiß für den Hund.“ Wasser sollte beim Spazierengehen mit dem Vierbeiner etwa in einer faltbaren Trinkschale oder einer Napfwasserflasche immer mitgeführt werden. Überforderungen müssten vermieden, auf Pausen geachtet werden. Ein überhitzter Hund dürfe zudem auf keinen Fall komplett mit Wasser übergossen werden, sonst drohe Lebensgefahr, so Häberle: „Besser ist es, das Tier langsam an den Pfoten abzukühlen.“

Hunde brauchen beim „Gassi-Gehen“ im Sommer Abkühlungen. Foto: Tierheim Filderstadt

Kühle Rückzugsorte für Katzen: Tipps gegen Sommerhitze

Katzen Bei hohen Temperaturen suchen sich Katzen laut Franziska Häberle von Natur aus kühlere Orte: „Aber in den Wohnungen sind ihre Möglichkeiten begrenzt.“ Den Stubentigern sollten daher bei sommerlichen Temperaturen Zugänge zu kühlen Rückzugszonen wie Fliesen, Kellern oder schattigen Zimmern ermöglicht werden. Brunnen oder flache Wasserschalen in verschiedenen Räumen seien empfehlenswert, rät die Fachfrau: „Katzen trinken lieber, wenn Wasser ,lebendig’ wirkt.“ Nassfutter, Trinksuppen oder leicht gewässertes Trockenfutter erhöhten die Flüssigkeitsaufnahme. Kühlmatten, Kartons mit darunter gelegten Coolpacks oder feuchte Handtücher als Liegeplätze würden hitzegeplagten Samtpfoten laut Häberle gut tun, und Katzen spielten im Sommer gerne mit Bällen in Wasserschalen oder gekühlten Korkunterlagen. Fenster sollten nie gekippt werden, denn es bestehe die Gefahr tödlicher Unfälle.

Tonröhren und Fliesenplatten als große Hilfe für Kleintiere

Kleintiere Viele Kleintiere sind keine großen Hitzefreunde. Ihre Käfige sollten darum laut Franziska Häberle nie in der prallen Sonne oder in Wintergärten platziert werden. Kühlmöglichkeiten wie Tonröhren, Fliesenplatten oder gefrorene Wasserflaschen in Tüchern sollten vorhanden sein. Frisches Wasser und saftiges Gemüse müssten mehrfach täglich angeboten werden. Transporte der Kleintiere seien bei großer Hitze wegen des Stressrisikos zu vermeiden.

Vögel Vögel fliegen nicht gerade auf zuviel Wärme. „Vor allem in der Innenhaltung sind sie der Sommerhitze oft hilflos ausgesetzt. Besonders wichtig sind daher das Vermeiden von direkter Sonne und eine gute Belüftung“, sagt Franziska Häberle. Käfige sollten an schattigen Orten, fern von Fensterfronten oder Hitzestaus, aufgestellt werden. Eine Luftzirkulation sei gut, Zugluft aber schädlich. Badeschalen könnten helfen. Ein sanftes Besprühen mit Wasser empfehle sich aber nur, wenn das Tier daran gewöhnt sei. Bei Außenvolieren sollte es einen Sonnenschutz durch Überdachungen, Schattenplätze und Rückzugsmöglichkeiten geben.

Reptilien Viele Reptilienarten mögen’s warm, weiß Franziska Häberle: „Wärme ist gut – aber zu viel Wärme ist tödlich.“ Sonne auf dem Terrarium oder falsch platzierte Gehege könnten zur Gefahr werden. Terrarien sollten darum täglich, auch nachts, kontrolliert werden, damit keine Überhitzung erfolgt. Im Sommer sollten im Gehege Rückzugszonen mit feuchtem Substrat, Pflanzen oder Höhlen geschaffen werden. In Freigehegen gelte es, Schattenplätze und Wasserstellen anzulegen. Transporte ohne Klimatisierung sollten unterbleiben.

Aquarienfische vor Hitzestress schützen: Tipps und Tricks

Fische Hitzestress merkt man ihnen meist nicht an. Aquarienfische zeigen laut Franziska Häberle bei zuviel Wärme kaum Symptome: „Das ist besonders tückisch, denn hohe Wassertemperaturen senken den Sauerstoffgehalt drastisch.“ Das Aquarium sollte daher nicht in der Sonne platziert, Lichtzeiten reduziert werden. Temperaturen müssten laut Franziska Häberle regelmäßig geprüft und im Bedarfsfall Aquarienkühler oder Oberflächenbelüftung genutzt werden. Teilwasserwechsel mit etwas kühlem Wasser seien ratsam. Schocks durch zu kaltes Wasser sollten aber unterbleiben, sagt die Expertin. Filterleistung und Sauerstoffzufuhr müssten im Bedarfsfall erhöht werden.