Leichte Hautunreinheiten sind nichts Schlimmes und absolut normal, denn nur die wenigsten sind mit perfekter Haut gesegnet. Und trotzdem: Die roten, entzündlichen Stellen stören. Sie loszuwerden ist aber gar nicht so einfach. Wer in der Drogerie vor Hautpflegeprodukten steht oder im Internet nach Kosmetik-Studios in der Nähe sucht, kann schnell den Überblick verlieren. Hier werden einige eurer Fragen beantwortet.
Wohin kann ich gehen, wenn ich Hautunreinheiten habe?
Kosmetik-Studios bieten Behandlungen an, bei denen die Haut manuell ausgereinigt wird. Das kann sinnvoll sein, denn selbst an Pickeln rumzudrücken, verschlimmert die Entzündung zumeist. Was man sich von einer klassischen Basis-Behandlung erwarten darf, erklärt Edith Lehmann, Leiterin der Stuttgarter Kosmetikschule Lehmann: Auf eine Hautanalyse, in der der Hautzustand genau betrachtet wird, folgt eine Reinigung und ein Peeling, das abgestorbene Hautzelle abträgt und die Haut auf die weitere Behandlung vorbereitet. Bei der Ausreinigung werden Pickel, Mitesser oder Unterlagerungen professionell entfernt. Gesichtsmassage, Maske und Abschlusspflege runden das Programm ab. Behandlungen sollten regelmäßig, anfangs möglichst einmal Monat durchgeführt werden, damit Erfolge sichtbar werden und das Hautbild klarer wird.
Bei der Wahl der Kosmetikerin lohnt sich ein kritischer Blick, denn der Begriff Kosmetikerin ist nicht geschützt. Lehmann empfiehlt, auf eine staatlich anerkannte Ausbildung an einer Kosmetikfachschule zu achten. Während einige Studios sich eher auf Make-up, Nägel oder Wellness spezialisiert haben, steht bei anderen eher die Hautgesundheit im Fokus. Letztere sind bei Hautproblemen die richtigen Ansprechpartner.
Kosmetikstudios in Stuttgart:
Stuttgart-Möhringen: Kosmetikstudio Linda Hellmann
Stuttgart-West: Medical Beauty
Stuttgart-Mitte: DermaSkin Stuttgart
Bad Cannstatt: Immer schöne Haut
Microneedling und Fruchtsäure: Was ist das alles – Und brauche ich das?
Viele Kosmetikstudios biete zahlreiche weitere Behandlungen an. Doch nicht alle Anwendungen sind für jeden Hauttyp geeignet, sagt Edith Lehmann.
Microdermabrasion
Bei einer Microdermabrasion wird die oberste Hautschicht mit verschiedenen Schleifeinsätzen sanft abgetragen. Abgestorbenen Hautpartikel werden gelöst, Poren geöffnet und Unreinheiten entfernt. Außerdem können Wirkstoffe besser aufgenommen werden. Wer abklingende Unreinheiten hat oder mit Pickelmalen kämpft, kann eine Microdermabrasion ausprobieren. Auch bei Überverhornung und Fältchen kann die Behandlung helfen, jedoch nicht bei sehr empfindlicher Haut, akuter Akne oder Neurodermitis.
Microneedling
Hierbei wird die Hautoberfläche mithilfe eines Stiftes, an dem feinste Nadeln befestigt sind, perforiert. Das sogenannte Needeln ermöglicht ein tieferes Eindringen von kosmetischen Wirkstoffen, kann die Struktur und Spannkraft der Hautoberfläche verbessern und die Hauterneuerung ankurbeln. Hört sich unangenehm an – und ist es auch ein bisschen, je nach Nadellänge und Gesichtsbereich. Auch diese Behandlung ist nur bei abklingenden Unreinheiten, Pickelmalen, kleinen Narben oder schlaffer Haut geeignet. Wichtig ist, dass die Behandlung steril und von professionellen Händen durchgeführt wird. Von Selbstexperimenten zuhause mit Stiften oder Rollern, die im Internet beworben werden, raten Kosmetikerinnen wie auch Hautärzte einstimmig ab.
Enzympeeling
Sanfte Peelings sind geeignet für fast jede Haut, sagt Lehmann. Ein Enzympeeling, zum Beispiel mit Vitamin C, löst Hornschüppchen an der Hautoberfläche ab und öffnet verstopfte Follikel – und das ohne großes Rubbeln. Denn im Gegensatz zu mechanischen Peelings mit kleinen Schleifkörpern wie Aprikosenkernstückchen, die gereizte Haut nur zusätzlich strapazieren würden, sind Enzympeelings wesentlich sanfter zur Haut.
Fruchtsäurepeelings
Chemische Peelings mit Fruchtsäure werden von Hautärzten besonders für Menschen mit Akne und unreiner Haut empfohlen. Abgestimmt auf den Hauttyp erfolgt eine oberflächliche Schälung der Haut mit einer natürlichen Fruchtsäure, der Glycolsäure, die nach wenigen Minuten neutralisiert wird. Während reguläre Kosmetikstudios schwächere Fruchtsäurebehandlungen anbieten dürfen, führen Kosmetikstudios, die an Hautarztpraxen angeschlossen sind, höher konzentrierte Behandlungen durch.
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Wann sollte ich zum Hautarzt?
„Unreinheiten infolge der Akne, die tiefer am Follikel haften, einschließlich Entzündungen im umliegenden Gewebe, gehören in die Hand eines Hautarztes oder einer Hautärztin“, sagt Lehmann. Dieser kann spezielle Cremes oder Tinkturen verschreiben, die meist Azelainsäure, Salizylsäure oder Retinoide (Vitamin A) enthalten. Bei starker Akne können Antibiotika oder antibiotische Salben verschrieben werden. Einige Hautärzte bieten in Kooperation mit medizinischen Kosmetikpraxen die bereits erwähnten Fruchtsäurepeelings an. Auch Microneedlings, die besonders tief in die Haut eindringen und Akne-Narben lindern können, werden dort durchgeführt. In Stuttgart könntest du hier anfragen:
Bad Cannstatt: Hautzentrum am Kurpark
Sillenbuch: Hautarztpraxis Dr. Janine Bastert
Mitte: Hautarzt Stuttgart Mitte
Ost: Hautzentrum Stuttgart / Kosmetikinstitut Cosmedicus
Was kann ich selbst zuhause tun?
Auch die Pflege zuhause zwischen den Behandlungen muss stimmen. Besonders bei zu Akne neigender Haut sollten Produkte Poren nicht verstopfen. Statt zwanzig verschiedenen Kosmetikprodukte, die ihrerseits Wunderwirkungen versprechen, ist eine reizarme Basisroutine wichtig, mit der man sich wohlfühlt und die die Hautbarriere stärkt. Eine morgendliche Pflege-Routine besteht stets aus einer Reinigung, einer feuchtigkeitsspendenden Pflege und – ganz wichtig – dem Sonnenschutz. Und das auch im Winter. Denn UVA- und UVB-Strahlen beschleunigen die Hautalterung und verdunkeln Pickelmale. Gerade nach Fruchtsäurebehandlungen ist ein Sonnenschutz essenziell. Abend sollte die Haut ebenfalls gereinigt und von Make-up und Tagesschmutz befreit werden. Ein feuchtigkeitsspendendes Serum und eine beruhigende Nachtpflege runden die Abendroutine ab.
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Wer mit der Routine zufrieden ist, kann Antioxidantien wie Vitamin C oder Niaciamide oder weitere Wirkstoffe wie Hyaluron oder Retinol in die Pflege integrieren – aber das langsam und abgestimmt auf den Hautzustand.
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Wo finde ich weitere Infos?
Skincare ist in den letzten Jahren zu einem regelrechten Trendthema geworden – auch auf Instagram. Zwar gehören Hautprobleme gerade bei schwereren Verlaufsformen in die Hände von Experten, doch einige Profile wollen wir euch mit an die Hand geben. Neben vielen Infos zu unserer Haut, zu Wirkstoffen, Trends und Routinevorschlägen kann man hier in die Hautpflege-Welt abtauchen und stundenlang durch die Posts scrollen – auch wenn man nicht mit unreiner Haut zu kämpfen hat, denn Skincare macht einfach Spaß.
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Hanna Schumi: Hanna ist Skinfluencerin Beauty-Nerd und Kopf des Beauty-Podcasts „Gepflegte Gespräche“. Neben Produkttipps zu Wirkstoffkosmetik gibt die Hamburgerin tolle Make-up Empfehlungen.