Havarie der Costa Concordia Hohe Wellen erschweren die Suche

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Taucher suchen fieberhaft nach den vermissten Passagieren an der Unglücksstelle der „Costa Concordia“. Das Wetter erschwert die Suche.

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Rom - In einem Wettlauf gegen die Zeit haben italienische Taucher im Wrack der „Costa Concordia“ nach 21 Vermissten gesucht. Sie konzentrierten sich dabei am Donnerstag auf einen Fluchtweg auf dem vierten Deck, wie die Marine erklärte. Dieser Bereich des Schiffes liegt etwa 18 Meter unter der Meeresoberfläche. Für den Verlauf des Tages wurden Wind und hohe Wellen vorhergesagt, was die Rettungsarbeiten erschweren würde.

Die Behörden identifizierten am Donnerstag weitere Todesopfer der Havarie. Bei zwei Toten handele es sich um einen Mann und eine Frau aus Frankreich, erklärte der Krisenstab in Grosetto. Außerdem waren ein Besatzungsmitglied aus Peru, ein Passagier aus Italien und zwei weitere Passagiere aus Frankreich namentlich bekannt. Das spanische Außenministerium teilte mit, auch ein 68-Jähriger aus Mallorca sei getötet worden. Bereits zuvor wurde ein Todesopfer aus Ungarn identifiziert, ein Besatzungsmitglied. Seit dem Unglück am Freitag wurden elf Todesopfer bestätigt.

Kind und Vater vermisst

„Heute ist ein wichtiger Tag, die Wetteraussichten sind schlecht, schwere See“, sagte Feuerwehrsprecher Luca Cari. „Wir müssen sehen, wie das Schiff darauf reagiert.“ Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass sich das Wrack vor der Küste der Toskana stabilisiert habe, nachdem es am Tag zuvor auf den Felsen in Bewegung geraten war. Wegen der Bewegung des Schiffes wurde auch der Beginn des Abpumpens des Treibstoffs durch ein niederländisches Unternehmen verschoben.

Das ungarische Außenministerium erklärte, ein 38-jähriger Bordmusiker aus Ungarn sei getötet worden. Ein Musikerkollege sagte, der Mann habe noch Kindern in die Rettungswesten geholfen, sei später jedoch wieder unter Deck verschwunden, um seine Violine aus der Kabine zu retten. Unter den Vermissten waren auch ein fünfjähriges Mädchen und ihr Vater aus Italien. Die Mutter wandte sich an die Öffentlichkeit und bat darum, die Suche zu beschleunigen. Passagiere mögen sich melden, um zu klären, wo die beiden zuletzt gesehen worden seien.

Neue Aufnahme des Funkverkehrs aufgetaucht

An Bord des Kreuzfahrtschiffs waren zum Zeitpunkt des Unglücks rund 4.200 Menschen. Unter den elf Toten und 21 Vermissten sind nach Angaben italienischer Behörden zwölf Deutsche, sechs Italiener, vier Franzosen, zwei Amerikaner und jeweils eine Person aus Ungarn, Indien und Peru. Der Kapitän war von der vorgegebenen Route um die Insel Giglio abgewichen und in flachem Wasser auf Felsen aufgefahren.

Unterdessen tauchte eine neue Aufnahme des ersten Funkkontaktes zwischen dem Hafen und der „Concordia“ auf. Zu hören ist, wie der Kapitän betont, es habe an Bord nur einen Stromausfall gegeben. 30 Minuten zuvor war das Kreuzfahrtschiff mit dem Felsen kollidiert. Panische Passagiere suchten zu diesem Zeitpunkt um 22.12 Uhr am Freitagabend nach ihren Rettungswesten.




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