HB Ludwigsburg gegen Blomberg „Favoritenrolle haben wir uns erarbeitet“ – Xenia Smits spricht übers Finale

Ludwigsburgs Xenia Smits setzt sich gegen Nieke Kühne und Latitia Quist (re.) im DHB-Pokal-Finale in Stuttgart durch – jetzt gibt es die Neuauflage gegen die HSG Blomberg-Lippe. Foto: Baumann

Die Handballfrauen der HB Ludwigsburg stehen im Finale um die deutsche Meisterschaft gegen die HSG Blomberg-Lippe. Kapitänin Xenia Smits schätzt die Lage ein.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Die HB Ludwigsburg geht in die Finalspiele um die deutsche Handball-Meisterschaft der Frauen gegen die HSG Blomberg-Lippe als klarer Favorit. An diesem Mittwoch (19 Uhr) steigt die erste Partie in der MHP-Arena. HB-Spielführerin Xenia Smits (31) hofft, den Titel in zwei Spielen perfekt machen zu können.

 

Frau Smits, aus der Favoritenrolle kommen Sie in den Finalspielen nicht raus?

Wenn wir die Hauptrunden-Tabelle nach dieser Saison anschauen, kommen wir da in der Tat schlecht raus. Aber das ist okay für uns.

Ihr Team hatte am Ende 42:2 Punkte, die HSG als Dritter 31:13 Punkte – und auch das direkte Duell im DHB-Pokal-Finale Anfang März in Stuttgart ging mit einem 31:21-Sieg klar an Ludwigsburg. Wie schwierig ist eine solch eindeutige Ausgangsposition?

Wir sind die Favoritenrolle gewohnt. Aber es ist schon auch sehr schwierig, damit umzugehen. Denn wenn wir gewinnen, werden wir den normalen Erwartungen gerecht. Wenn wir verlieren, ist es die große Überraschung. Aber das haben wir uns auch erarbeitet.

Im Halbfinale gab es im zweiten Spiel eine Niederlage beim Thüringer HC. Ein Dämpfer, der zeigt, dass nicht alles von alleine geht?

Vielleicht war es mal wichtig, eine Niederlage einzufahren. Gut möglich, dass es ein Weckruf zur richtigen Zeit war. Man muss immer wachsam und konzentriert sein, sonst reicht es nicht. Andererseits war es auch keine super Überraschung, denn vom THC war das auch eine Reaktion nach den Vorkommnissen beim vorhergehenden Heimspiel gegen uns.

„Kann nur an Vernunft appellieren“

Als deren Trainer Herbert Müller ausflippte?

Ja, auch die Situation mit den THC-Fans war damals, vorsichtig formuliert, sehr aufgeheizt. Da hat sich nicht viel geändert, ich kann da nur an die Vernunft appellieren und hoffe da künftig auf mehr Fair Play in sportlicher Hinsicht und auf der Tribüne.

Wie schwer wird es gegen Blomberg?

Das ist ein sehr heimstarkes Team, ein unangenehmer Gegner, der nicht von ungefähr den BVB ausgeschaltet hat und der viel junge Energie auf die Platte bringt. Vor allem in Person meiner Nationalmannschaftskollegin Nieke Kühne, aber auch mit Laetitia Quist. Die HSG ist richtig gut unterwegs in dieser Saison und kann sich als Außenseiter in einen Flow spielen. Das kann schon gefährlich werden, wenn wir unsere Leistung nicht abrufen.

Ihr Trainer Jakob Vestergaard geht am Saisonende zurück nach Dänemark . . .

. . . und es wäre das i-Tüpfelchen, wenn wir ihm zum Abschluss das Double schenken könnten. Aber nicht nur ihm, sondern dem gesamten Verein und unserem Staff wollen wir etwas zurückgeben. Alle haben hart gearbeitet, das geht manchmal etwas unter.

Alle dürften urlaubsreif sein, weshalb Sie auf ein drittes Finalspiel gegen Blomberg wahrscheinlich gerne verzichten würden?

(Lacht) Also entscheidend ist, dass wir diese Meisterschaft gewinnen. Aber natürlich werden wir alles dafür tun, um den Titel mit zwei Siegen einzufahren. Wenn man ins dritte Spiel muss, fangen die Gedanken schon an zu kreisen. Also wollen wir es möglichst am 24. Mai klarmachen – und freuen uns dann auf ein paar freie Tage.

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