Der Heidelberger Künstlerinnenpreis zählt zu den wichtigsten Kulturpreisen des Landes. In diesem Jahr geht er an die in Teheran geborene Komponistin Farzia Fallah.

Bereits 1987 hat die Sängerin Roswitha Sperber gemeinsam mit der Landesregierung von Baden-Württemberg einen Preis gegründet, um das Schaffen zeitgenössischer Komponistinnen auszuzeichnen und zu fördern. Die Preisträgerin 2023 ist Farzia Fallah; die 1980 in Teheran geborene Komponistin, die in Köln lebt, wird den sogenannten Heidelberger Künstlerinnenpreis im Rahmen eines Konzerts im Februar 2023 entgegen nehmen.

Dafür komponiert Farzia Fallah ein neues Werk, das im Rahmen des 4. Philharmonischen Konzerts am 8. und 9. Februar 2023 zur Uraufführung kommt. Präsentiert wird es vom Philharmonischen Orchester Heidelberg unter der musikalischen Leitung von Dirigent Karsten Januschke. Das Konzert wird vom Deutschlandfunk aufgezeichnet und in der Reihe „Konzertdokument der Woche“ ausgestrahlt werden.

Ein Preis ausschließlich für Komponistinnen

Der Heidelberger Künstlerinnenpreis, mit 5000 Euro dotiert, zählt zu den wichtigsten Kulturpreisen des Landes und wird ausschließlich an Komponistinnen vergeben. Zum 20-jährigen Bestehen des Preise 2007 wurde er neu positioniert und seither als ein Musikpreis der Stadt Heidelberg in Verbindung mit der Aufführung eines symphonischen Werkes verliehen. Laut Theater und Orchester der Stadt Heidelberg ist es weltweit die einzige Auszeichnung, die ausschließlich an Komponistinnen vergeben wird.

Namhafte Orchester interpretieren Fallahs Werke

Die Musik der bereits vielfach prämierten Farzia Fallah hat, inspiriert sowohl von persischen wie von europäischen Einflüssen, ein breites Ausdrucksspektrum. Die Komponistin ist Mitglied des Kollektiv3:6Koeln und erhielt neben dem Heidelberger Künstlerinnenpreis bereits zahlreiche Stipendien und Ehrungen. So war sie Composer in Residence des Archivs Frau und Musik in Frankfurt am Main und wurde in diesem Jahr mit der Auszeichnung des Forums junger Komponisten der Bayrischen Akademie der Schönen Künste geehrt. Farzia Fallahs Werke werden von namhaften Orchestern und Ensembles wie dem Ensemble Aventure oder dem Ensemble Recherche interpretiert. Mit ihrer Musik ist sie bei renommierten Festivals wie dem Acht Brücken Festival Köln, dem Aldeburgh Festival England oder Klang-Kopenhagen vertreten.

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Der Heidelberger Generalmusikdirektor Elias Grandy begrüßt die Entscheidung der Jury des Künstlerinnenpreises wie folgt: „Ich freue mich, dass die Wahl der Jury auf Farzia Fallah gefallen ist. Eine Komponistin, deren Klangsprache sich zwischen Stille und Klang, Fluss und Stillstand bewegt. Poetisch und ohne jede Emphase. Farzia Fallah komponiert ohne Effekthascherei und dennoch virtuos. Ihre Erforschung der Instrumente und des Innenlebens des Klangs zeigen Farzia Fallah als außergewöhnliche Komponistin mit Werken von großer Qualität.“

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