Heidi Klum und Tom Kaulitz Die inszenierte Liebe auf Instagram

So verliebt: Supermodel und Geschäftsfrau Heidi Klum (45) lässt die Welt an ihrem Liebesglück mit dem Musiker Tom Kaulitz (29) teilhaben. Foto: AFP

Schwer verliebt zeigen sich Supermodel Heidi Klum (45) und der Gitarrist der Band Tokio Hotel, Tom Kaulitz (29), nun schon seit einigen Monaten in den sozialen Medien. Mit ihren regelmäßigen Liebes-Posts macht Heidi das, was sie schon immer getan hat: sie polarisiert. Und sie bleibt im Geschäft.

Stuttgart - Heidi und Tom turtelnd in der Blauen Grotte auf Capri, Heidi und Tom versonnen am Strand von Malibu, Heidi und Tom romantisch auf Pferden am Strand – das Supermodel (45) teilt ihre junge Liebe mit dem Gitarristen der Band Tokio Hotel, Tom Kaulitz (29), seit Monaten auf Instagram. Die jüngsten Bilder von ihrem Ausflug zum Burning-Man-Festival in Nevada spalten die Netzgemeinde in Bewunderer und Spötter. Heidi Klum feierte dort mit ihrem Liebsten und dessen Zwillingsbruder Bill deren 29. Geburtstag. Was die einen cool finden, ist für die anderen ein „lächerlicher Kindergeburtstag.“

 

Hat Heidi Klum das nötig?

Die Selbstdarstellung in den sozialen Medien gehört für Stars wie Heidi Klum zum Business. Früher hieß es: Klappern gehört zum Geschäft, heute zeigt man sich in allen Lebenslagen, stets hübsch und happy, diverse Fotofilter ermöglichen geschönte Momentaufnahmen. Wem auf Instagram oder Youtube die Millionen folgen, hat gute Chancen auf Erfolg. Filmrollen, Plattendeals, Werbeverträge, Modeljobs – die sozialen Medien sind der moderne Marktplatz der (Möchte-gern-)Stars und Influencer.

Das hat Heidi Klum doch gar nicht nötig, möchte man meinen. Ihre Karriere als Model, Werbeträgerin und TV-Moderatorin ist beispiellos. Sie hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren ein Millionenimperium aufgebaut, ist Deutschlands erfolgreichster Exportschlager und in den Staaten ein gefeierter Star. Sie hat in den USA mehrere erfolgreiche Fernsehshows: „Project Runway“, „America’s got Talent“ und „Seriously funny kids“. In Deutschland moderiert sie seit 2006 jedes Jahr die kontrovers diskutierte Sendung „Germany’s Next Topmodel“, deren Einschaltquoten kein Ende absehen lassen. 2,64 Millionen Menschen sahen sich das Finale Ende Mai auf Pro Sieben an. Die meisten Deutschen kennen sie, das Magazin „Time“ zählt sie zu den „100 einflussreichsten Menschen der Welt“.

Eine Rampensau wie aus dem Bilderbuch

Wozu also dieser fast schon manisch erscheinende Zwang, täglich einen bildgewordenen Schwank aus ihrem Leben zu posten? Neben den Turtel-Fotos mit Freund Tom stellt Heidi Klum auch regelmäßig Bilder von irgendeinem neuen Shooting, Videos von ihr in der Maske, Fotos von ihr perfekt gestylt im TV-Studio oder sie strahlend mit anderen Promis vor irgendeiner tollen Kulisse ins Netz.

Zum einen ist Heidi Klum eine Rampensau wie aus dem Bilderbuch. Was die Leute von ihr denken, scheint ihr ziemlich egal zu sein. „Mein Freund ist viele Jahre jünger als ich, und viele Leute hinterfragen das“, erklärte Klum Ende Juli im US-Magazin „InStyle“. „Das ist wirklich der einzige Moment, in dem mir mein Alter ins Gesicht geschrieben scheint und ich darauf antworten muss.“ Ansonsten denke sie nie darüber nach. „Du musst einfach ein glückliches Leben führen, ohne dir zu viele Gedanken über das zu machen, was Leute denken. Das Gegrübel führt nur zu mehr Falten.“ Nach diesem Motto lebt sie und lächelt einfach alle weg, die ihr das Glück vermiesen wollen oder versuchen, sich ihr in den Weg stellen.

Zum anderen ist Heidi Klum Geschäftsfrau genug, um zu wissen, dass sie es sich nicht leisten kann, von der Bildfläche zu verschwinden. Schließlich ist sie eine Marke und die Fotos aus ihrem Berufsalltag – Maske, Jury, Shooting – sind geschickt platzierte Werbung für ihre Sendungen und Produkte, die ihren Namen tragen wie Dessous, Süßwaren, Schmuck, Kleidung, Schuhe und Parfums.

Fast schon ein bisschen trotzig

Vielleicht ist es ihr ja doch nicht so ganz egal, was die Welt von ihr denkt. Denn manchmal scheinen die vielen Heidi-Tom-Schmusebilder schon fast ein bisschen trotzig, nach dem Motto: „Lästert ihr nur alle über unseren Altersunterschied, schaut her, wie happy wir sind“. Ihre Beziehung mit ihrem Ex-Freund Vito Schnabel hat sie jedenfalls nicht so offenherzig in den sozialen Medien gefeiert. Da war sie im Übrigen auch ganz öffentlich traurig oder zumindest nachdenklich als diese auseinander ging. Auch das gehört zum gefilterten Leben in den sozialen Medien. So verarbeitet auch das Promi-Ex-Paar Lilly und Boris Becker seine Trennung öffentlich und lässt die Welt an seinen Gefühlslagen teilhaben.

Die perfekte Seifenoper für die Follower

Heidi Klums Instagram-Inszenierung von ihrer aktuellen Amour Fou ist eine perfekte Seifenoper für ihre fünf Millionen Follower, allen Neidern und Neunmalklugen zum Trotz. Sei ihr das Glück gegönnt – schließlich ist dies das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt. Aber wer da schon von der Ferne die Hochzeitsglocken läuten hört, dem sei folgendes Zitat der 45-Jährigen ans Herz gelegt, das sie dem US-Magazin „People“ anvertraut hat: „Ich bin definitiv jemand, der das Leben liebt und gerne verliebt ist. Das Gefühl, Schmetterlinge im Bauch zu haben, ist großartig. Ich zelebriere die ganze Romanze und bin da sehr altmodisch, aber ich glaube nicht, dass ich noch einmal zum Traualtar schreiten werde. Das habe ich zweimal gemacht und es hat einfach nicht geklappt.“

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Heidi Klum Tom Kaulitz GNTM Instagram