Heimat-Check Kreis Böblingen ADFC-Kreisvorsitzender: „Wir wollen die Autos nicht abschaffen“
Als Reaktion auf die Umfrageergebnisse zum Thema Radverkehr äußert sich der ADFC-Kreisvorsitzende Peter Grotz über den Ausbau der Radwege.
Als Reaktion auf die Umfrageergebnisse zum Thema Radverkehr äußert sich der ADFC-Kreisvorsitzende Peter Grotz über den Ausbau der Radwege.
20 Prozent der Verkehrsteilnehmer sollen in Zukunft mit dem Rad unterwegs sein. Was muss im Kreis geschehen, damit dieses Ziel erreicht wird?
Der Landkreis ist mit hohem Tempo unterwegs, um dem Ziel näher zu kommen: Zum Beispiel durch den Radschnellweg von Stuttgart nach Herrenberg. Weitere Radschnellverbindungen sind in der Planung. Wichtig ist, dass auch die Städte und Gemeinden das Tempo in Sachen Radverkehrsförderung erhöhen. Rutesheim ist hier schon Spitze, Sindelfingen hat den größten Nachholbedarf.
Wo ist der Ausbaubedarf größer – in den Innenstädten oder auf dem Land?
Beides ist wichtig. In den Innenstädten ist es aber ungleich komplizierter, in einer seit Jahrzehnten auf den Autoverkehr ausgerichteten Verkehrsführung mit mehrspurigen Stadtautobahnen mehr Platz für andere Verkehrsteilnehmer wie Radler und Fußgänger zu schaffen. Das erfordert mutige Entscheidungen, wie zum Beispiel bei der Umgestaltung des Elbenplatzes in Böblingen. Es braucht noch mehr solcher Beispiele.
Am Radverkehr scheiden sich die Geister. Viele Kritiker sind wenig begeistert vom Ausbau des Radnetzes. Können Sie diese Skepsis nachvollziehen?
Die Skepsis nehme ich wahr, nachvollziehen kann ich sie nicht. Denn es geht ja nicht darum, das Auto abzuschaffen, sondern es geht darum, den nur begrenzt zur Verfügung stehenden Verkehrsraum anders zu ordnen. Bisher heißt es bei der Verkehrsplanung noch allzu häufig: Der Autoverkehr muss fließen, andere müssen warten. Auch hier ist Umdenken gefragt.