Die Alterspyramide steht Kopf: für Regina Lutz, Sozialamtsleiterin des Kreises Esslingen, eine zentrale Herausforderung.
Wo sehen Sie Defizite in den Angeboten für Senioren?
Das Angebot im Landkreis ist breit gefächert. Eine große Herausforderung stellt aber der demografische Wandel dar. Laut Hochrechnungen wird 2030 jede vierte Person im Kreis Esslingen über 65 Jahre alt sein. Auch die Hochaltrigkeit nimmt zu, und mit ihr steigt die Wahrscheinlichkeit eines Pflegebedarfs. Aktuell werden über 80 Prozent der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld gepflegt, über die Hälfte davon ausschließlich durch Angehörige. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gilt es, diese pflegenden Angehörigen zu entlasten.
Welches Projekt im Kreis hat beispielhaft die Situation älterer Menschen verbessert?
Der Ausbau der Pflegestützpunktstruktur, sodass Beratung wohnortnah oder auch in der Häuslichkeit erfolgen kann. Viele Pflegebedürftige und Angehörige kennen weder Hilfeangebote noch finanzielle Mittel, die sie abrufen können. Die Pflegestützpunkte leisten da maßgebliche Hilfe.
Wie gravierend ist die Altersarmut?
Im Kreis Esslingen haben zum Stichtag 31. Dezember 2022 insgesamt 2622 Menschen über 65 Grundsicherung erhalten. Das sind 2,3 Prozent der Altersgruppe. Zusätzlich nehmen zahlreiche Ältere Wohngeld in Anspruch. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Leistungsempfänger aufgrund der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Zahl von Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien steigt.