Heirat von Leonbergs Erster Bürgermeisterin Josefa Schmid ist jetzt Prinzessin von Hohenzollern

Trotz ihrer Ehe will Josefa von Hohenzollern kommunalpolitisch aktiv bleiben. Foto: privat

Die Erste Bürgermeisterin von Leonberg ist nun die Gattin des Prinzen Harald von Hohenzollern, der sein Geld in Namibia im Diamantenhandel verdient. Politisch will die Liberale weiter aktiv bleiben.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Josefa Schmid, die Erste Bürgermeisterin von Leonberg, hat im Stillen geheiratet und heißt jetzt offiziell Prinzessin Josefa von Hohenzollern. Ihr Ehemann, Prinz Harald von Hohenzollern, ist in Namibia im Diamantenhandel tätig und lebt in Windhoek und im Taunus.

 

„Wir haben uns vor zwei Jahren in Stuttgart auf einer Veranstaltung kennengelernt“, bestätigt Josefa von Hohenzollern auf Anfrage unserer Zeitung. Aus einer anfänglichen Sympathie habe sich eine Liebe entwickelt, die nun in der Ehe gemündet sei. Geheiratet habe man im kleinen Familienkreis in ihrem niederbayerischen Heimatort Kollnburg.

„Wir wollten unsere Hochzeit nicht an die große Glocke hängen“, sagt die neue Prinzessin von Hohenzollern. Deshalb hätten weder ihr Mann noch sie selbst die Eheschließung im Vorfeld größer kommuniziert. „Der Schutz unseres Privatlebens ist uns sehr wichtig“, beteuert die 50-Jährige.

Die Trauung in Bayern sei kein Hinweis, dass sich die bisherige Josefa Schmid aus Leonberg und der Kommunalpolitik zurückziehen wolle. „Wir hätten sehr gerne im Leonberger Standesamt geheiratet“, sagt die Erste Bürgermeisterin, die seit 14 Monaten von Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) wegen vorgeblicher „gravierender Pflichtverletzungen“ mit einem Dienstverbot belegt ist und Hausverbot hat. „Aber da ich alle städtischen Gebäude nicht betreten darf, war uns das leider nicht möglich.“

Hätten gerne in Leonberg geheiratet

Schon in der kommenden Woche will Josefa von Hohenzollern in der Kommunalpolitik einsteigen. Im Juni war die FDP-Politikerin für einige überraschend in den Kreistag des Landkreises Böblingen gewählt worden. Cohn, der für die SPD kandidiert hatte, schaffte den Einzug nicht. „Die Sitzungszeit beginnt, die Ausschüsse für Finanzen und Planung, denen ich beiden angehöre, tagen.“ Bereits am Freitag stehe eine Klausurtagung der FDP-Fraktion in Weil der Stadt an.

Über die Chancen der von ihr angestrebten Rückkehr ins Leonberger Rathaus will sich von Hohenzollern mit Blick auf das laufende Verfahren nicht äußern. Oberbürgermeister Cohn hatte ihr vor wenigen Tagen im Sommergespräch mit unserer Zeitung vorgeworfen, sie würde die Dauer durch immer neue Fristverlängerungen bewusst hinauszögern, was von Hohenzollern bestreitet.

„Ich bin ein politischer Mensch und will wieder arbeiten“, sagt die zwangsbeurlaubte Erste Bürgermeisterin. Auch ihr Ehemann würde ihr politisches Engagement „hundertprozentig unterstützen“. Er habe ihr geraten, nicht aufzugeben und begrüße ihr Engagement im Kreistag.

Als Geschäftsmann in Afrika, der sich dort zudem für soziale Projekte engagiert, bleibt wenig Zeit für das junge Eheglück. „Tatsächlich ist eine Hochzeitsreise vorerst nicht geplant“, sagt sie. „Aber wir sind jeden Tag miteinander verbunden.“

Bleibt noch die Frage der Anrede: Prinzessin? „Frau von Hohenzollern genügt völlig“, meint die bisherige Josefa Schmid.

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