Alloheim-Seniorenresidenz Ludwigsburg Notbremse nach langer Leidenszeit

Der Betrieb der Alloheim-Resident muss zum 19. Dezember eingestellt werden. Foto: factum/Weise

Lange hat die Heimaufsicht zugesehen, ehe sie die Alloheim-Seniorenresidenz geschlossen hat. Ein notwendiger Schritt, die Bewohner zu schützen, schreibt Rafael Binkowski in seinem Kommentar.

Ludwigsburg - Lange haben die Heimaufsichten im Ludwigsburger Landratsamt und in den Krankenkassen gezögert, haben Gelbe und Rote Karten verteilt, einen Aufnahmestopp erlassen, Missstände angemahnt und Sonderprüfungen angesetzt. Jetzt aber ist Schluss: Die Zustände in der Seniorenresidenz Anna Maria haben sich nicht nachhaltig verbessert – vor allem in den Bereichen, in denen es darauf ankommt: in der Pflege und der Hygiene der betagten Menschen. Die Verantwortlichen sehen das Wohl der Senioren in Gefahr.

 

Es ist nicht so einfach, ein Heim zu schließen, auch weil der Betreiber rechtlich dagegen vorgehen kann. Daher kann man davon ausgehen, dass man sich im Landratsamt den Schritt gut überlegt hat – und dass die Defizite gravierend sein müssen. Dies deckt sich mit Schilderungen von Mitarbeitern und Angehörigen, die immer wieder an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Zieht der Pflegekonzern seine Lehren?

Jetzt folgt den Verwarnungen der Platzverweis. Der Träger, die Alloheim-Gruppe in Nordrhein-Westfalen, hat immer wieder beteuert, alle Anstrengungen unternommen zu haben. In ihrer Stellungnahme deutet er als Lösung einen Trägerwechsel an, also den Verkauf des Heims an einen anderen Eigentümer. Mit dieser Lösung ist die Firma schon in Simmerath in Nordrhein-Westfalen einer bereits angeordneten Schließung zuvorgekommen.

Bleibt zu hoffen, dass der Pflegekonzern aus dem Fall Ludwigsburg Lehren zieht. Auf jeden Fall kommt das Einschreiten für manche Bewohner spät. Sie müssen ja seit mindestens Juli 2016 mit den Missständen leben. Eine lange Leidenszeit.

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