Heimsheim Der Fahrradtunnel ist vom Tisch

Von Kathrin Klette 

150 000 Euro würde das Projekt für die Verbindung nach Perouse kosten. Zu viel, findet der Gemeinderat.

An diesem Knotenpunkt soll sich einiges ändern. Die Überlegung, die Steinbruchspange für Fahrräder zu untertunneln, hat Heimsheim nun aber ad acta gelegt. Foto: Andreas Gorr
An diesem Knotenpunkt soll sich einiges ändern. Die Überlegung, die Steinbruchspange für Fahrräder zu untertunneln, hat Heimsheim nun aber ad acta gelegt. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Am Verkehrsknoten L 1179/Steinbruchspange zwischen Heimsheim und Perouse soll sich einiges ändern. Parallel laufen die Pläne für einen Radweg als Verbindung zwischen beiden Orten. Heimsheim hat unterdessen prüfen lassen, ob eine Unterführung des Knotenpunkts für Radfahrer in Frage kommt. Ein solches Projekt würde jedoch rund 150 000 Euro kosten. Der Rat folgte deshalb dem Vorschlag der Verwaltung, die Sache nicht weiterzuverfolgen.

Derzeit bildet die L 1179 beziehungsweise die Verlängerung der Leonberger und die Heimsheimer Straße die direkte Verbindung zwischen der Schleglerstadt und Perouse. Die Steinbruchspange verbindet sie mit der L 1180, die von Rutesheim nach Friolzheim führt. Vorgesehen ist, die Verbindung L 1179 – Steinbruchspange zur Hauptstrecke umzuwandeln, die Heimsheimer Straße wird dann zu einer Art Nebenstraße herabgestuft (wir berichteten). Die Planung rund um den Knotenpunkt hat die Stadt Rutesheim in Auftrag gegeben. Dazu gehört außerdem der Entwurf für einen Radweg, der von Heimsheim aus auf der linken Seite der L 1179 verläuft und am Übergang zur Steinbruchspange die Straße oberirdisch überquert, um in die Heimsheimer Straße geführt zu werden.

Extra Pumpe zur Entwässerung

Da auf diesem Weg viele Schulkinder unterwegs sind, beauftragte die Stadt Heimsheim das Ingenieurbüro Mayer damit zu prüfen, ob und wie eine Unterführung stattdessen umsetzbar wäre. Möglich wäre es zumindest, stellte das Ingenieurbüro fest. Laut Vorgaben müsste der Tunnel jeweils mindestens 2,50 Meter breit und hoch sein. Das Gesamtkonstrukt befände sich etwa 60 Zentimeter unter der Fahrbahn und müsste bis zu 3,75 Meter tief unter die Erde. Eines gab Sven Müller vom Büro Mayer allerdings zu bedenken: „Durch die Unterquerung entsteht ein Tiefpunkt.“ Dieser lasse sich nicht entwässern, da keine Kanalisation zum Ableiten des Regenwassers vorhanden ist. Eine extra Pumpenkonstruktion wäre also nötig, die zusätzliche Kosten – auch für die Wartung – verursacht. Darüber hinaus sollte der Tunnel geradlinig sein, damit entgegenkommende Fahrer sich frühzeitig sehen, was den Aufwand an dieser Stelle ebenfalls erhöhe. Alles in allem schätzte das Büro die Kosten auf rund 150 000 Euro. Als zusätzlichen Kostenfaktor nannte Müller den anstehenden Grunderwerb. Denn nicht alle für den Ausbau nötigen Flächen gehören der Stadt.

Sicherheit zweifelhaft

Ralf Rüth (CDU) zeigte sich dennoch angetan von dem Projekt. „Wenn wir einen sicheren Schulweg wollen, bin ich der Überzeugung, dass dies der richtige Weg ist“, sagte er. Die anderen Politiker zeigten sich weit skeptischer. „Kosten und Nutzen stehen für mich hier in keinem Verhältnis“, befand unter anderem Martin Häcker (Bürger für Heimsheim). Auch Stefan Adelmann (Freie Wählervereinigung) und Sabine Kiedaisch (BfH) empfanden das Vorhaben als zu teuer. Zumal Kiedaisch daran zweifelte, ob diese Lösung für Schüler tatsächlich die sichere sei. Denn der Tunnel sei zwar breit genug, dass sich zwei Radler problemlos begegnen können. „Aber Schüler fahren in Gruppen“, meinte sie. In einem Tunnel eine große Gefahrenquelle. „Mir wäre es deshalb lieber, wenn sie überirdisch unterwegs wären.“

Letztlich fiel die Entscheidung einstimmig, die Tunnel-Pläne nicht weiterzuverfolgen. Den Bau einer oberirdischen Querungshilfe, zum Beispiel einer Mittelinsel oder Ähnlichem, schätzte das Büro Mayer auf 5000 bis 10 000 Euro.