Heimsheim Der Gemeinderat stellt sich hinter die Fairtrade-Gruppe

Von Kathrin Klette 

Diesmal fällt der Beschluss einstimmig: Die Stadt bewirbt sich erneut um den Titel Fairtrade-Kommune.

Das Anbieten von Fairtrade-Produkten in mehreren Läden und Cafés ist eine Voraussetzung für den Titel Fairtrade-Stadt. Foto: Jakub Kaliszewski
Das Anbieten von Fairtrade-Produkten in mehreren Läden und Cafés ist eine Voraussetzung für den Titel Fairtrade-Stadt. Foto: Jakub Kaliszewski

Heimsheim - Eine Gemeinderatssitzung ohne Zuhörer – das gibt es in der Welt der Kommunalpolitik gar nicht so selten. Aber eine Sitzung ohne Gemeinderäte? Das ist schon ein ziemliches Unikum. Bei der Sitzung des Heimsheimer Gemeinderats am Dienstag jedenfalls saßen in der Turnhalle der Ludwig-Uhland-Schule nur die Zuhörer und die Presse sowie ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Die Teilnehmer der Sitzung, der Bürgermeister, die Amtsleiter und die Gemeinderäte, waren nur auf einer großen Leinwand zu bestaunen. Sie waren per Video-Chat live zugeschaltet.

In dieser Konstellation galt es am Dienstag außerdem zu entscheiden, ob die Stadt Heimsheim den Status einer Fairtrade-Stadt weiterhin anstreben soll. Im Jahr 2012 brachte die ehemalige SPD-Ratsherrin Renate Niehaus den Wunsch ins Gremium ein, dass Heimsheim eine Fairtrade-Stadt werden sollte. „Seither erleben wir eine sehr aktive Gruppe, die sich immer gut präsentiert und auch viele Vorträge hält“, berichtete der Bürgermeister Jürgen Troll. 2014 wurde die Stadt erstmals mit dem Titel ausgezeichnet. Alle zwei Jahre muss der Titel erneuert werden, „man muss sich erneut darum bemühen und zeigen, dass man ihn verdient“. Ansonsten geht der Titel verloren.

„Wir tun das für die ganze Stadt“

2016 und 2018 hat Heimsheim das geschafft. Für die Neubewerbung 2020 hatte die Fairtrade-Arbeitsgruppe jedoch ein besonderes Anliegen: „Uns als Steuerungsgruppe ist es wichtig, dass wir die Unterstützung der Verwaltung und des Gemeinderats hinter uns haben“, erklärte Renate Niehaus, die als Gast bei der Sitzung war. „Denn wir tun das nicht für uns als Gruppe, sondern für die ganze Stadt.“

Leider sei damals, 2012, die Abstimmung im Gemeinderat denkbar knapp ausgefallen: Bei sechs Ja-Stimmen für eine Bewerbung, fünf Nein-Stimmen und mehreren Enthaltungen. In der Anfangszeit herrschte also noch viel Skepsis, stellte Renate Niehaus fest. „Ich hoffe, dass wir durch unsere Arbeit in den vergangenen Jahren gezeigt haben, welche Bedeutung dieser Titel hat“, sagte Niehaus. Die Gruppe wünschte sich daher nun eine Bestätigung ihrer Arbeit aus dem Gremium.

Aus den Reihen der Gemeinderäte gab es daraufhin jede Menge Zuspruch. Hannah Hensler (SPD) regte darüber hinaus an, die Gruppe und die Auszeichnung in der Öffentlichkeit noch mehr in den Fokus zu rücken und sie den Menschen bewusster zu machen, zum Beispiel mit Plakaten in öffentlichen Schaufenstern. Letztlich votierten diesmal 13 Ratsleute, bei einer Enthaltung, für eine Bewerbung um den Titel Fairtrade-Stadt.




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