Gibt es bald eine Art Café im Heimsheimer Schlosshof? Nach dem Abbruch eines Gebäudes gibt es erste Überlegungen für eine neue Nutzung der Fläche durch einen Pavillon mit Bewirtung.

„Was fangen wir mit dem Schlosshof an“, fragte Andor Varszegi und blickte dabei in die Runde der Stadträtinnen und -räte. Doch der Stadtbauamtsleiter ist nicht ohne Ideen und Pläne ins Gremium gekommen. Und am Ende der Behandlung dieses Tagesordnungspunkts in der jüngsten Gemeinderatssitzung konnte er zufrieden sein: Seine Vorschläge zur Belebung der Fläche in der Altstadt stießen auf eine positive Resonanz. Erforderliche Gelder für weitere Planungen kann er in den Entwurf des Haushaltsplans 2026 einstellen, beschloss das Gremium einstimmig.

 

Die Ideen: Café, Eisdiele oder Biergarten

Aktueller Anlass für die Überlegungen, im Rahmen der Stadtkernsanierung weitere Schritte zu gehen, ist der Abbruch des Gebäudes Schlosshof 10 gegenüber des Graevenitz’schen Schlosses. In dem Haus sei nichts Denkmalwürdiges gewesen, so Varszegi. Jetzt habe man die Gelegenheit, erneut über die weitere Entwicklung des Schlosshofes zu beraten. Bei der letzten Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Stadtkernsanierung hätten sich die Menschen häufig mehr Grün dort gewünscht, aber auch Begegnungsplätze für Jung und Alt. So habe es etwa eine lange Wunschliste für ein Café, eine Eisdiele oder einen Biergartenpavillon gegeben.

Am Schlosshof gibt’s eine öffentliche Ladesäule für E-Autos. Foto: Simon Granville

Andor Varszegi führte ein exemplarisches Beispiel aus der näheren Umgebung ins Feld: die Hütte auf dem Kuppelzen bei Münklingen, die an Wochenenden im Sommer von Vereinen bewirtet wird. Etwas Ähnliches könne man sich auf dem Schlosshof vorstellen. Der Bauamtsleiter zeigte Skizzen von einem Pavillon in Fertigbauweise, von dem aus beispielsweise Heimsheimer Vereine Gäste bewirten könnten. Ergänzt werden soll das Ganze durch einen Bouleplatz, auch ein Wunsch bei der Öffentlichkeitsbeteiligung, sowie eine Toilettenanlage. Denkbar sei auch eine Außenbewirtung mit Biergarten.

Die Verwaltung sehe hier Potenziale für eine Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements sowie Synergieeffekte mit der benachbarten Zehntscheune. In der dortigen Stadtbibliothek finden häufig Veranstaltungen statt. Er gehe davon aus, so Varszegi, dass eine Förderung im Rahmen des Programms zur städtebaulichen Erneuerung möglich sei. „Was ich eigentlich heute von Ihnen möchte, ist, dass wir ein Ziel verfolgen und die Kosten dafür bestmöglich ermitteln können“, so der Bauamtsleiter an die Gemeinderäte.

Und so reagieren die Fraktionen:

Die Fraktionen reagierten grundsätzlich positiv auf die vorgestellten Ideen. Ralph Rüth (CDU) nannte sie „imposant“, aber man brauche noch mehr Infos. Für einen Grundsatzbeschluss sei es auch wichtig, wie es mit den anderen Gebäuden weitergeht. Hannah Hensler (SPD) betonte, dass man sich jetzt nicht in Details verzetteln dürfe. „Ich finde das Konzept toll und gehe mit“, sagte sie. „Es ist gut, wenn wir das jetzt aufmachen und dass sich etwas tut.“ Das unterstützte auch Gaby Wulff (BfH). Die Ideen seien toll und es sei wichtig, dass dort etwas passiere. Auch ihre Fraktionskollegin Petra Beerbaum sah dies so. Man solle aber die Vereine abfragen, ob sie Interesse an einer Bewirtung haben. Michael Teichmann (FWV) meinte, dass die Vorschläge „Mehrwert für die Bevölkerung“ hätten. Eine bessere Möglichkeit für die Vereine gebe es nicht.

„Wir brauchen einfach mal ein Go, damit wir weiterplanen können“, appellierte der Bürgermeister Jürgen Troll an die Ratsrunde, als sich eine weitere Diskussion über Details abzeichnete. „Ich lade Sie ein, mutig zu sein“, so der Vorsitzende des Gemeinderats. Mit diesem Konzept könne man schnell etwas tun. Das sei ein großer Wunsch aus der Bevölkerung gewesen. Dem folgten die Stadträte schließlich durch ein einstimmiges Votum für Gelder für weitere Planungen in der vorgeschlagenen Richtung.