Heimsheim Rutesheimer Straßenpläne: Heimsheim pocht auf Vertrag

Die Karte zeigt, was wohin kommt. Foto: LKZ
Die Karte zeigt, was wohin kommt. Foto: LKZ

Der Gemeinderat fordert zuerst mehr Informationen zur Perouser Umfahrung von der Nachbarstadt.

Ludwigsburg: Marius Venturini (mv)
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Heimsheim/Rutesheim - Rutesheim plant den neuen Straßenverlauf in und um Perouse. Dazu gehört auch die „frühzeitige Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange“, wie es in bestem Beamtendeutsch heißt. Vereinfacht gesagt bedeutet das: die Rutesheimer Verwaltung hat die Nachbargemeinden nach deren Meinung zu dem Projekt gefragt. Das ist Pflicht.

Also hat der Heimsheimer Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung geantwortet – und einem Teil des Vorhabens in der jetzigen Version nicht zugestimmt. Im Detail geht es den Heimsheimern nur indirekt um die geplanten mehrspurigen Fahrbahnen und die „Turbo-Kreisel“ im Perouser Osten. Vielmehr drehen sich die Gedanken um die Landesstraße 1179 in Richtung Heimsheim. Diese soll zurückgebaut und der Anschluss ans neue Verkehrsnetz gekappt werden. Außerdem geht es um die Zufahrt zur sogenannten „Steinbruchspange“ im Westen des Rutesheimer Teilorts (in der Grafik „L 1179 neu“). Diese dient nach Abschluss des Umbaus als alleinige Verbindung nach Heimsheim.

„Es wäre falsch zu glauben, dass Heimsheim im Dialog mit Rutesheim nicht selbstbewusst auftritt“, kommentierte der Bürgermeister Jürgen Troll die Ablehnung in der vergangenen Ratssitzung der Enzkreisstadt. Das „Nein“ habe allerdings rein formale Gründe. „Es ist die Haltung, die Heimsheim vor Abschluss eines Vertrags zwischen den beiden Städten vertritt.“

Und dieser Vertrag soll regeln, wie genau die einzelnen Verkehrsanbindungen in Zukunft aussehen. „Knotenpunkte, Abbiegespuren am Süd- und Nordende der Steinbruchspange sollen darin festgehalten werden“, sagt Troll. Diskussionsbedarf herrscht aus Heimsheimer Sicht vor allem bei der Vorfahrtsregelung im Schönbühl-Wald an der Kreuzung am nördlichen Anschluss an die Landesstraße 1180 in Richtung Friolzheim.

All diese Dinge müssen erst geklärt werden, bevor es an den Rückbau der Heimsheimer Straße geht. Vor allem aber wollen die Heimsheimer all diese Themen vertraglich fixiert wissen, bevor ein Bebauungsplan in Kraft tritt. Bis März rechnet Troll mit einem Ergebnis.

Sein Rutesheimer Amtskollege Dieter Hofmann sieht in dem Gemeinderatsvotum keine Ablehnung, „sondern einen Aufschub. Immerhin zahlen wir an Heimsheim auch Geld, dass die Straße ertüchtigt wird“. Rund 1,7 Millionen Euro fließen für einen Ausbau der Steinbruchspange, für den nördlichen der beiden Kreisverkehre sowie für eine Straßenquerung im Wald. Einst hatte Heimsheim die Spange gemeinsam mit dem Betreiber des nahen Steinbruchs gebaut. Das Ergebnis aus dem Rat ist für Hofmann kein Problem. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt er. Im Gegensatz zu Troll geht Hofmann von einem Resultat schon kurz nach dem Jahreswechsel aus.

Einig sind sich die beiden darin, dass sich nach dem Bürgermeisterwechsel in Heimsheim der Ton zwischen den Städten versachlicht hat. „Das kann ich nur bestätigen“, sagt Hofmann, dem mit dem Projekt die „arbeitsreichste, schwierigste und auch teuerste Baustelle in den kommenden Jahren“ bevorstehe. Die Kosten schätzte er im Oktober auf mehr als vier Millionen Euro. Davon bezahlt einen Großteil seine Stadt. Dass das Vorhaben schwierig, aber sinnvoll ist, glaubt auch Troll – vor allem angesichts der Porsche-Erweiterung in Weissach und des Bosch-Entwicklungszentrums in Malmsheim. „Es ist gut, den Verkehr aus einem Ort herauszuhalten.“

In unmittelbarer Nähe des ebenfalls geplanten Lärmschutzes soll übrigens ein Supermarkt entstehen. Dagegen hatte in Heimsheim niemand etwas einzuwenden.




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