Heimsheim Wie geht es mit der Ludwig-Uhland-Schule weiter?
Neben kurzfristigen Baumaßnahmen lässt die Stadt Heimsheim jetzt prüfen, wie die künftige Entwicklung des Schulcampus aussehen kann.
Neben kurzfristigen Baumaßnahmen lässt die Stadt Heimsheim jetzt prüfen, wie die künftige Entwicklung des Schulcampus aussehen kann.
In diesem Jahr startet die Stadt Heimsheim ein großes Projekt, bei dem sie ihre Schulen in den Fokus rückt. Die Ludwig-Uhland-Schule ist nicht nur in die Jahre gekommen, sie platzt auch aus allen Nähten. An und in den Gebäuden der Grund- und Realschule, an der auch der Hauptschulabschluss erlangt werden kann, besteht teilweise kurzfristiger Renovierungsbedarf, dem das städtische Bauamt fortlaufend zu Leibe rückt. Für die Stadt stellt sich nun aber auch die Frage, wie es insgesamt mit dem Schulkomplex weitergehen kann. Aufwendig sanieren, an- und umbauen oder vielleicht sogar ein Neubau? Um diese Überlegungen geht es bei einer Machbarkeitsstudie, die die Stadt mit einhelliger Zustimmung des Gemeinderats jetzt an das Stuttgarter Beratungsunternehmen Drees und Sommer vergeben hat. Schon im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen.
247 Grundschülerinnen und -schüler sowie 580 Realschüler besuchten laut dem Rektor Peter Hemmer im Herbst 2024 die Schulen, die in einem aus mehreren Teilen bestehenden Gebäudekomplex untergebracht sind. Bei der Klausurtagung des Gemeinderats kurz vor Weihnachten machte der Schulleiter deutlich, dass zum kommenden Schuljahr 2025/26 dringend weitere Klassenräume benötigt werden. Die Grundschule sei dann stabil dreizügig, sprich es braucht Platz für zwölf Klassen. Auch in der Realschule herrscht Raumnot. Daraus resultieren Überlegungen zur Schaffung von Klassenräumen in den bestehenden Gebäuden, etwa durch Umgestaltung des Computerraums, eines Lagerraums oder des Lehrerbereichs. Auch die Umnutzung und Auslagerung des Horts ist im Gespräch, um so vier Klassenzimmer zu gewinnen. Erste Überlegungen dazu sollen allerdings mit den Ergebnissen der künftigen Machbarkeitsstudie abgestimmt werden. Das soll verhindern, dass man sich später, wenn es zu Bautätigkeiten auf dem Gelände kommt, im Weg steht, wie es der Leiter des Stadtbauamtes, Andor Varszegi, formulierte.
Die Schule braucht nicht nur mehr Platz für die wachsende Schülerzahl, sondern muss auch an einigen Stellen auf Vordermann gebracht werden, wie Varszegi den Stadträten aufzeigte. Der Umbau des Grundschul-Pausenhofs und der Umkleide- und Sanitärräume in der Sporthalle sind Themen. Die Heizzentrale bereitet immer wieder Probleme, erst im Herbst musste eine Steuerungskomponente ersetzt werden. Immer wieder repariert werden müssen auch die Jalousien. Ersatz von zerstörten Trennwänden in den WCs, der Toranlage, des Notstromaggregats, der Notbeleuchtung und der Rauchmeldeanlage sind weitere Punkte, die die städtischen Mitarbeiter aktuell beschäftigen.
„Es sind überall die gleichen Themen – wie marode Gebäude, erhöhte Schülerzahlen, Provisorien“, sagte Marc Flögerhöfer vom Büro Drees und Sommer bei der Vorstellung eines möglichen Vorgehens in der Klausurtagung. Er erläuterte den Stadträten, die Strategie bei der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die weitere Entwicklung des Schulzentrums. Dies soll in sechs Schritten geschehen, die von Startgespräch und Projektorganisation über eine Standortanalyse für An-, Erweiterungs- und Neubauten bis hin zur Ermittlung des Kostenrahmens in Bauabschnitten und Zeitschnitten reichen. Die Berater organisieren etwa im Schritt Bedarfserfassung Workshops, an denen alle relevanten Beteiligten mitarbeiten. Er halte es für realistisch, so der Unternehmensberater, dass bis zum Ende der Sommerferien Ergebnisse vorliegen, wie es mit den Schulgebäuden in Heimsheim weitergehen kann.
Schon in der Klausurtagung zeichnete sich Zustimmung zu diesem Vorgehen ab. Dies bestätigte der Gemeinderat jetzt mit seinem einstimmigen Votum für die Vergabe der Studie – Kostenpunkt knapp 85 000 Euro. „Wir brauchen kurzfristige und langfristige Maßnahmen“, betonte Gaby Wulff (Bürger für Heimsheim) in der Klausurtagung, „und wir brauchen dieses Strategiekonzept.“ In der Gemeinderatssitzung in dieser Woche betonte auch Ralf Rüth (CDU), dass es gut sei, ein Projektmanagement bei einem solch großen Vorhaben dabei zu haben. Doro Moritz (SPD) forderte, die Pausen- und Freiflächen als „ganz wichtigen Faktor“ mitaufzunehmen und die Eltern auf jeden Fall einzubeziehen.