Heimsheimer kämpfen gegen Windkraft Ein Bilderbuch-Konflikt über Ökologie

Von Annegret Morof und Oliver Haug 

Eine Stadt läuft Sturm gegen den Bau dreier Windräder in ihrer Nachbarschaft. Was auf den ersten Blick nach „Windkraft – gerne, aber nicht vor meiner Haustür“ aussieht, ist bei genauerer Betrachtung deutlich komplexer.

Heimsheim wehrt sich gegen die geplanten Windkraftanlagen. | Foto: Annegret Morof
Heimsheim wehrt sich gegen die geplanten Windkraftanlagen. | Foto: Annegret Morof

Heimsheim - An einem sommerlichen Sonntag trifft man im Heimsheimer Wald die halbe Stadt: Spaziergänger mit ihren Hunden, Jogger, Familien mit kleinen Kindern. Sie alle fliehen vor der Hitze und vertreten sich auf den knirschenden, schattigen Kieswegen die Beine. Doch ganz so unbeschwert wie sonst sind sie in diesem Sommer nicht. Drei Windräder sollen 50 Meter von der Regionsgrenze entfernt auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Weil der Stadt gebaut werden. Die Heimsheimer bangen um ihren Wald.

„Im September 2015 haben wir erfahren, dass der Verband Region Stuttgart mehrere Windvorranggebiete ausgewiesen hat“, berichtet Christa Pfisterer von der Bürgerinitiative (BI) ProHeimsheim. „Damals wussten wir ja noch nicht, was da auf uns zukommt. Vor allem, dass das so riesige Anlagen werden.“

Höher als der Fernsehturm

Bis zu 230 Meter hoch sollen die drei Windräder werden – vorausgesetzt, Weil der Stadt entscheidet sich für eine Verpachtung der Fläche an einen Investor. ­Damit würden sie das derzeit höchste ­Bauwerk Baden-Württembergs, den Stuttgarter Fernsehturm, überragen.

Zwar würden sich die Windräder geografisch noch innerhalb der Region Stuttgart befinden. Heimsheim, das zur Region Nordschwarzwald zählt, hätte jedoch aus Sicht der BI den größten Schaden. Durch die südliche Lage der Windräder und den Abstand von lediglich 850 Metern zur Siedlungsfläche befürchtet sie starke Beeinträchtigungen.

Viele Flyer

Mit dem Ziel, die Bewohner der Stadt und der umliegenden Gemeinden zu informieren, entstand die BI ProHeimsheim. Mit Flyern, einer Petition und einem umfangreichen Online-Auftritt geht sie gegen die geplante Verpachtung vor.