Heiningen Bürger wegen Baustelle verärgert

Von Sabine Riker 

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt geht nur langsam voran. Bürgermeister Norbert Aufrecht geht davon aus, dass eine dreiwöchige Verzögerung wieder augeholt werden kann. Im November soll die Straße wieder passierbar sein.

Aufgerissene  Straßen und Baumaschinen bestimmen zurzeit die Heininger Ortsmitte. Foto: Horst Rudel
Aufgerissene Straßen und Baumaschinen bestimmen zurzeit die Heininger Ortsmitte. Foto: Horst Rudel

Heiningen - Die Nerven liegen blank in Heiningen. Seit April geht in der Ortsmitte nichts mehr. Die Durchfahrtstraße wird saniert. Immerhin: der erste und längste Abschnitt der 1,1 Kilometer langen Strecke ist bis auf den Feinbelag fertiggestellt – mit drei Wochen Verspätung. Der Heininger Bürgermeister Norbert Aufrecht ist zuversichtlich, dass die Durchfahrtstraße spätestens zum Jahresende wieder frei befahrbar ist.

Doch bis dahin verlangt die Baustelle den Heiningern noch einiges ab: Die Geschäftsleute klagen jetzt schon über Umsatzeinbußen, viele Bürger sind verärgert über das Verkehrschaos in den Wohngebieten ringsum. Selbst für den Bürgermeister ist die Baustelle eine Herausforderung. „Es ist die größte in meinem ganzen bisherigen Berufsleben“, sagt er. Und er wundert sich, dass sich täglich viele Fahrzeuge in die Ortsmitte verirren. „Da fahren Leute, die definitiv keine Anwohner sind. Der deutsche Autofahrer hält sich schlicht nicht an die Beschilderung.“ Selbst Lastwagen seien schon in der Baustelle festgesteckt.

Maßnahmen kosten 2,6 Millionen Euro

Dennoch steht Aufrecht voll und ganz hinter diesem Projekt. Angesichts der Zuschüsse, die die Gemeinde bekomme, sei der Zeitpunkt günstig gewesen, die vielbefahrende Ortsmitte anzupacken. So trägt das Land komplett die Kosten von 750 000 Euro für die Straßensanierung . In der Summe darf die Kommune mit einem Förderbeitrag von 1,2 Millionen Euro rechnen. Für die restlichen 1,4 Millionen Euro muss sie selbst aufkommen. In dem Betrag ist aber nicht nur die Straßensanierung enthalten, sondern auch das neue Bürgerbüro neben dem Rathaus, das schon weit gediehen ist, die mit Pflastersteinen gestalteten Gehwege, die Randsteine und ein Beleuchtungskonzept mit neuen Lampen entlang der ganzen Straße. Ein Clou dabei: Im Bereich um das Rathaus soll die Beleuchtung die an prägenden Gebäuden arme Ortsmitte stärker betonen.

Kritik musste Aufrecht auch für den Bau des Bürgerbüros einstecken. Es sei überflüssig, wurde moniert. Der Bürgermeister sieht das anders. Das bestehende historische Rathaus sei nicht barrierefrei und könne auch nicht entsprechend umgebaut werden. „Ich beobachte, dass sich zunehmend gehbehinderte Menschen die Treppe hochquälen müssen“, erklärt er. Das neue Bürgerbüro solle Abhilfe schaffen. Aufrecht schätzt, dass 80 Prozent dessen, was im Rathaus erledigt werden muss, künftig ebenerdig in dem neuen Anbau abgewickelt werden kann. Auch eine behindertengerechte sogenannte nette Toilette sei eingeplant. Im Übrigen habe der Gemeinderat die Kosten für das Bürgerbüro um 70 000 auf 600 000 Euro gedrückt. Da das Bürgerbüro an das historische Rathaus aus dem 19. Jahrhundert angebaut werde, habe das Land rund 50 Prozent Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm bewilligt.

Hausanschlüsse haben aufgehalten

Die Verzögerungen beim ersten Bauabschnitt, der sich von der Mörikestraße bis zur Kirchstraße erstreckt, führt der Bürgermeister darauf zurück, dass der Energieversorger völlig neue Kabel verlegt habe. Außerdem seien bei den Hausanschlüssen 80 Punktaufgrabungen nötig gewesen. „Das hat aufgehalten.“ Er hofft, dass es bei den restlichen vier Bauabschnitten keine bösen Überraschungen mehr gibt. Die zweite Etappe von der Kirchstraße bis zur Bezgenrieter Straße soll bereits Mitte August abgehakt sein. Im nächsten Jahr wird noch einmal kräftig gebaut in der Ortsmitte. Dann sollen der Platz vor dem neuen Bürgerbüro und der Schulzenberg vis-á-vis ansprechender gestaltet werden. „Das schaffen wir in diesem Jahr nicht mehr“, sagt Aufrecht. Wenn das alles erledigt sei, stehen die Sanierung und künftige Nutzung des Alten Schulhauses auf der Agenda. „Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.“




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