Heinz Holliger dirigiert Schumann Der Tondichter spricht

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Heinz Holliger macht sich und seinen Bewunderern ein ganz besonderers Geschenk zum 80. Geburtstag: Sämtliche Orchesterwerke von Robert Schumann. Hört, hört!

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Stuttgart - Am 21. Mai wird Heinz Holliger 80 Jahre alt. Für die Freunde und Fans des Schweizer Komponisten, Dirigenten und Oboisten gibt es aber schon jetzt ein opulentes Geburtstagsgeschenk: Holliger, bekennender Schumann-Enthusiast seit Jugendtagen, hat mit dem WDR-Sinfonieorchester Köln das gesamte sinfonische und konzertante Werk des immer noch etwas verkannten Rheinländers eingespielt. Wie groß der Irrtum derer ist, die Robert Schumann in den Genres abseits der Klavier- und Liedkunst für nicht satisfaktionsfähig halten, zeigt Holliger in den sechs Sinfonien mustergültig auf – sechs deshalb, weil neben der „Zwickauer“ auch beide Fassungen der d-Moll-Sinfonie in der CD-Box enthalten sind.

Gerade diese doppelte vierte Sinfonie ist mit ihrer feinnervigen Transparenz beispielhaft für Holligers Schumann: zu Poesie und romantischem Gestus gesellt sich eine sehr kunstvolle Artikulation – nur ganz selten hört man den Tondichter so lebendig sprechen.

Das gilt im besonderen Maße auch für einen anderen Höhepunkt der Box, das Violinkonzert mit Patricia Kopatchinskaja, dessen manigfaltige Facetten kaum einmal so deutlich dargestellt worden sind.

Herauszuheben schließlich auch das fulminante Konzertstück für vier Hörner – wie überhaupt der Oboist Holliger für dieses romantischste aller Instrumente ein ganz besonderes Faible zu haben scheint. Immer wieder erzeugt er auch mit scheinbar nebensächlichen Hornpassagen ein kleines Gänsehautgefühl zwischendurch. Um den lateinischen Namen des CD-Labels aufzugreifen: Hört, hört!