Heiraten am 29. Februar Wenn nur alle vier Jahre Hochzeitstag ist

Heiraten an besonderen Daten kann möglicherweise eine Ehe retten. Foto: imago images/Manuel Geisser
Heiraten an besonderen Daten kann möglicherweise eine Ehe retten. Foto: imago images/Manuel Geisser

Hochzeitstag vergessen? Das kann heikel werden. Besonders einprägsame Daten können eine Gedächtnisstütze sein. Der Februar hat gleich mehrere zu bieten.

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Nürnberg - Nuray wird in Zukunft nur alle vier Jahre ihren Hochzeitstag feiern können. Und das ist auch gut so, meint die 32-Jährige aus Nürnberg. „Wir sind etwas feierfaul“, sagt sie und lacht. Deshalb haben sie und ihr Verlobter extra den 29. Februar 2020 für ihre Trauung gewählt - ein Termin, der nur alle vier Jahre im Schaltjahr möglich ist.

Kälte, Schnee oder Schmuddelwetter - normalerweise wollen sich nur wenige Paare im Februar das Ja-Wort geben. Doch in diesem Jahr ist das anders, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Denn der Februar bietet gleich mehrere besonders einprägsame Daten für den schönsten Tag im Leben - neben dem 29. auch die Schnapszahldaten 20.2.20 und 22.2.20.

Auf dem Flur wartet dann schon das nächste Paar

Vor allem am 20. Februar bekommen die Standesbeamten überraschend viel zu tun. Der Tag fällt auf einen Donnerstag, wo es sonst eher ruhig zugeht. So können sich in München an diesem Tag 36 Paare trauen lassen. „Dies ist ein Drittel mehr Termine als an Donnerstagen üblich“, sagt Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat. Auch in Dresden gibt es mit 20 Terminen dreifach so viele wie sonst. Ähnlich sieht es in Schwerin aus.

Wer im rheinland-pfälzischen Speyer am 20.2.20 heiraten wollte, musste sich ranhalten: Die Termine waren nach Angaben der Stadt sieben Monate im Voraus ausgebucht. Mit fünf Trauungen ist der Andrang an dem Tag aber auch in Eberswalde in Brandenburg nach Angaben der Stadt beachtlich für diese Jahreszeit. Deshalb schließt sie sogar ihr Standesamt für alle anderen Angelegenheiten, um den Paaren und ihren Gästen eine persönliche Atmosphäre zu ermöglichen.

Denn das ist bei Schnapszahl- und anderen außergewöhnlichen Daten oft nicht der Fall. Man müsse sich darauf einstellen, den Trausaal schnell wieder für andere frei machen zu müssen, sagt die Nürnberger Standesbeamtin Judith Maschlanka. Auf dem Flur warte dann schon die nächste Hochzeitsgesellschaft. Manche Paare fänden aber gerade diesen Trubel reizvoll: „Die Stimmung ist gut, weil viele Leute da sind.“

Extra mehr Beamte an Schnapszahldaten

Gelten könnte das an vielen Orten am 22. und 29. Februar, denn die Termine fallen auf - generell beliebte - Samstage. Mit 14 Trauterminen ist der 22. Februar in Leipzig bei den Hochzeitspaaren sogar einer der gefragtesten Tage des ganzen Jahres. Viele Standesämter haben an dem Tag extra mehr Beamte im Einsatz. Andere haben dagegen geschlossen, weil sie Trauungen samstags klassisch nur unregelmäßig oder erst mit Beginn der Hochzeitssaison ab Frühjahr anbieten.

Viele Standesämter stellen mittlerweile sogar ihre Urlaubsplanung auf die Schnapszahltermine ein. Heiratswillige müssen diese oft lange Zeit vorher reservieren. Das gilt auch für die Hochzeitstorte, die Trauringe und vor allem den Festsaal. „Bei besonders begehrten Schnapszahldaten muss man zwei Jahre im Voraus buchen, oder man hat keine große Auswahl mehr“, sagt die Münchner Hochzeitsplanerin Sonja Neubert.

Doch wieso tun sich Paare diesen Stress rund um die Schnapszahldaten an? „Die machen was her“, sagt Maschlanka. Daten wie der 20.2.20, der 9.9.1999 oder 11.11.2011 sähen besonders schön auf Einladungen und Trauringen aus. „Paare, die sich für ein solches Datum entscheiden, wünschen für ihren besonderen Tag eben auch ein besonderes Datum“, ergänzt der Augsburger Standesbeamte Robert Brümmer. Und Hochzeitsplanerin Neubert meint: „Das sind Daten, die kann man sich gut merken.“

Hochzeitstag nur alle vier Jahre

Die Gefahr, dass man seinen Hochzeitstag vergisst, könnte also geringer sein. Menschen mit schlechtem Gedächtnis kommt der 29. Februar besonders entgegen. „Ich finde es ganz charmant, dass man seinen Hochzeitstag vergessen darf“, sagt Susann Lüders, die an diesem Tag in Bremen heiraten wird. Drandenken muss man schließlich nur alle vier Jahre.

Und wenn es mal wieder soweit sei, werde man automatisch erinnert, meint die Nürnbergerin Nuray. „Das Schaltjahr wird schon Monate vorher in den Medien angekündigt.“ Dann will sie ihren Hochzeitstag richtig groß feiern - und in den drei Jahren danach einfach ignorieren.




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