Heiraten im Altkreis „Ja, ich will“ geht jetzt auch im Pomeranzengarten

Von unserer Redaktion 

Eheschließungen haben einen immer stärkeren Event-Charakter. Ein einfaches Trauzimmer für den vielleicht wichtigsten Tag im Leben reicht vielen nicht mehr.

Immer mehr Menschen heiraten nur noch standesamtlich und nicht mehr kirchlich. Im Altkreis gibt es viele stimmungsvolle Trauorte. Foto: Pixabay
Immer mehr Menschen heiraten nur noch standesamtlich und nicht mehr kirchlich. Im Altkreis gibt es viele stimmungsvolle Trauorte. Foto: Pixabay

Leonberg - Ab sofort können sich Paare im Pomeranzengarten das Jawort geben. „Bisher haben wir standesamtliche Trauungen im Alten Rathaus, im Stadtmuseum, im Engelbergturm, im Höfinger Rathaus und im Kurfiss-Gebäude, im Bauernhaus Gebersheim sowie im Christian-Wagner-Haus Warmbronn angeboten“, so Oberbürgermeister Martin Georg Cohn. „Dieses Angebot erweitern wir nun um den Pomeranzengarten“, fügt er an und ergänzt: „Ein traumhaftes Ambiente für diesen wunderschönen Tag im Leben.“

Immer wieder gab es Anfragen aus der Einwohnerschaft an das Stadtoberhaupt, ob das Heiraten im Pomeranzengarten möglich sei. „Ich war von Anfang an von der Idee begeistert. Während der vergangenen Wochen haben wir dann einen entsprechenden Nutzungsvertrag für diesen besonderen Trauungsort erstellt“, erklärt Cohn.

Sehr romantisch: Der Pomeranzengarten. Foto: Stadt
Für die Hochzeiten werden entweder der Bereich unter dem Balustradengang oder die geschotterte Fläche zwischen Brunnen und Schloss zur Verfügung gestellt. Für 100 Euro kann das Areal für die Zeit der Trauung sowie im Anschluss eine weitere Stunde etwa für einen Sektempfang genutzt werden. Bei Regen werden die Zeremonien ins Stadtmuseum verlegt.

Denn ein kleines Trauzimmer im Rathaus ist vielen heute nicht mehr genug, zumal immer mehr Menschen nur noch standesamtlich und nicht mehr kirchlich heiraten. Für den schönsten Tag suchen viele Pärchen denn auch den schönsten Ort dafür aus. Schließlich sind sie bei ihrer Wahl längst nicht auf ihre Heimatgemeinde beschränkt. Die Anmeldung erfolgt zwar im heimischen Standesamt. Trauen lassen können sich Verliebte aber überall. Dafür steht ihnen im Altkreis eine ansehnliche Auswahl an stimmungsvollen Trauorten zur Verfügung – ob in Museen, Türmen oder sogar unter freiem Himmel.

Viel Auswahl in Leonberg

Eine große Auswahl an stimmungsvollen Heiratsorten bieten Leonberg und seine Ortsteile. Im Alten Rathaus Höfingen etwa steht beim Heimat- und Kulturverein das kleine Trauzimmer für bis zu 16 Personen bereit. Doch immer mehr Paare entscheiden sich für den urigen Gewölbekeller des Kurfiss-Gebäudes. In Gebersheim stehen die gute Stube im Bauernhausmuseum und in Warmbronn Räume im Christian-Wagner-Haus zur Verfügung.

Immer größerer Beliebtheit erfreut sich das Stadtmuseum in Leonberg. „Das hat den Vorteil, dass es dort nicht nur sehr schön ist, sondern die Räume auch noch barrierefrei zugänglich sind“, erklärt Jürgen Beck, Ordnungsamtsleiter. Von dem wohl ungewöhnlichsten Heiratsort in Leonberg und Umgebung lässt sich das nicht sagen.

Tina und Marco Weissohn sind die Ersten, die sich Anfang 2017 im Engelbergturm das Jawort gaben. Foto: factum/Granville
Seit Anfang 2017 dürfen sich Paare nämlich auf der Aussichtsplattform des Engelbergturms trauen lassen. Bei 123 Stufen bis nach oben müssen die Beteiligten schon gut zu Fuß sein, der Platz reicht für etwa 10 bis 15 Gäste. „Aber das ist schon etwas Besonderes, da oben über den Dächern der Stadt zu heiraten, in einem unserer größten Wahrzeichen“, sagt Beck.

Steinalt werden in Weil der Stadt

Gemeinsam steinalt werden – welche Kulisse eignete sich da besser als Startpunkt für eine lange Ehe als das Steinhaus in Merklingen. Der spätgotische Bau wurde um 1280 errichtet und überstand auch den großen Brand im Jahr 1417.

Wer einen Hauch von Sakralem am schönsten Tag des Lebens erleben, aber dennoch nicht kirchlich heiraten möchte, für den eignet sich die Wendelinskapelle in Weil der Stadt. Der bei Kunstfreunden beliebte Veranstaltungsraum stammt aus dem 15. Jahrhundert, ist aber nicht mehr geweiht.

Unter freiem Himmel in Weissach

Mit Trauungen in der Natur lockt zum Beispiel die Gemeinde Weissach. „Wir haben einige wunderschöne Plätze im Außenbereich“, schwärmt Bürgermeister Daniel Töpfer. Sowohl an der Vorbergblickhütte als auch an der Waldhütte im Stahlbühlwald können sich Menschen das Jawort geben. Außerdem hat sich die malerische Lindenallee auf der Friedenshöhe hinzugesellt. Dazu können die Paare ins Herrenhaus im Wehrkirchbereich. Das Gebäude gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Gemeinde. Das werde gerne angenommen.

Romantisch in Heimsheim

Dass auch ein Rathaus mit romantischem Ambiente aufwarten kann, beweist der Saal des Graevenitz’schen Schlosses in Heimsheim. Der historische Saal mit dem eindrucksvollen Deckengemälde dient sonst als Sitzungsraum für den Gemeinderat. Doch auch als Trauzimmer macht er eine gute Figur. Seit zwei Jahren sind außerdem Trauungen unter freiem Himmel im Bibelgarten möglich.