Heiraten im Rems-Murr-Kreis Kreativ und umweltfreundlich Heiraten – Hochzeitsplanerin gibt Tipps

, aktualisiert am 24.01.2025 - 12:00 Uhr
Brautpaare statt Schüler: Die frühere Gymnasiallehrerin Anna Strunk liebt ihre neue Tätigkeit als Hochzeitsplanerin. Foto: Olga Brecht von Campoetry

Anna Strunk hat es nicht so mit Tüll und Spitze. Dass sich die Waiblingerin trotzdem als Hochzeitsplanerin selbstständig gemacht hat und darin aufgeht, liegt daran, dass sie es liebt, zu organisieren. Ihr Ziel: Paaren ein perfektes Fest bescheren.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Die Entscheidung hat sie sich nicht leicht gemacht. Anna Strunk hat lange überlegt, abgewogen und wahrscheinlich auch die eine oder andere Pro-und-Contra-Liste geschrieben – denn Listen sind einfach voll ihr Ding. Weil sie so gerne plant, organisiert und dabei den Überblick be- und die Fäden in der Hand hält, hatte sie auf der Pro-Seite schlussendlich deutlich mehr Stichworte als beim Contra und wagte den Schritt weg von ihrem bisherigen Beruf als Gymnasiallehrerin hin zur Selbstständigkeit als Hochzeitsplanerin. „Es war auf jeden Fall ein längerer und schleichender Prozess, bis ich mir wirklich sicher war, aber seit ich das erste Mal davon gehört hatte, ging mir das Thema einfach nicht mehr aus dem Kopf. Und ich brauchte einen Tapetenwechsel.“

 

Hochzeitsplanerin: Aha-Erlebnis mit ihrer Freundin hat sie auf die Idee gebracht

Auf die Idee gebracht hatte sie ein Aha-Erlebnis mit ihrer Freundin. Als die den Job wechseln wollte und Angebote von der Jobagentur bekam, war da der Vorschlag Hochzeitsplanerin dabei. „Als sie mir davon erzählt hat, fand ich die Idee sofort total klasse. Meine Freundin hat den Vorschlag nicht angenommen, aber ich habe zwei Jahre später tatsächlich den großen Schritt gewagt.“

Das war im vergangenen Jahr. Seitdem ist schon viel passiert. Anna Strunk hatte erste Kundengespräche, hat viele Locations und Dienstleister kennen gelernt und ist dabei, sich ein Netzwerk aufzubauen. Zudem optimiert die 36-Jährige ihre Webseite immer weiter und versucht, sich mit viel Kreativität und Einsatz mit ihrem Ein-Frau-Hochzeitsplanungsunternehmen „Natürlich für immer“ zu etablieren. Doch dafür muss die Wahl-Waiblingerin sich zunächst selbst mit ihrer neuen Wirkungsstätte, dem Rems-Murr-Kreis, vertraut machen, denn dorthin ist sie mit ihrem Partner erst recht frisch aus Nordrhein-Westfalen hergezogen.

Blüten wirken auch ohne Schnickschnack ganz pur und umweltschonend in Zeitungspapier. Foto: privat

„Ich fahre auf Messen, recherchiere viel im Internet und fahre natürlich zu jeder Menge Locations und schaue mir alles an, um die Gegend kennenzulernen und den künftigen Kunden gute Empfehlungen machen zu können. Und ich muss sagen, ich habe schon eine Menge richtig toller Hochzeitslocations gesehen, da hab ich immer sofort Bilder im Kopf, wie man es gestalten könnte“, sagt Anna Strunk.

Die ehemalige Lehrerin möchte einen Fokus auf Nachhaltigkeit legen

Bleibt nur noch die Frage, wie man sich als Neuling auf dem wohl hart umkämpften Markt der Hochzeitsplaner behaupten will? Aber auch da hat die ehemalige Gymnasiallehrerin sich etwas überlegt. Sie möchte den Fokus auf eine nachhaltige Planung von Hochzeitsfeiern legen. „Das hat man uns in der Ausbildung auch geraten. Es hieß, wir sollten überlegen, was uns besonders liegt und persönlich wichtig ist und uns dadurch versuchen abzuheben“, sagt Anna Strunk und bezieht sich auf den Kurs, den sie im Weiterbildungszentrum „Hochzeitsprofis Akademie“ gemacht hat. „Die hatten eine Kooperation mit der IHK, sodass wir am Ende alle geprüft wurden und ich nun Hochzeitsplanerin mit IHK-Zertifikat bin.“

Anna Strunk freut sich darauf, viele Feiern planen zu dürfen. Foto: privat

Ihr dort erlerntes Wissen über Dokumente, Traditionen, Tagesabläufe, Marketing, Netzwerken und Budgetplanung will die Quereinsteigerin fortan dafür nutzen, Hochzeiten im Kreis und der Region zu planen und dabei einen Schwerpunkt darauf zu legen, dass das Fest Verantwortung für die Umwelt erkennen lässt. „Ich will den Leuten nichts aufzwingen und es wird nicht möglich sein, alles hundert Prozent nachhaltig zu gestalten. Aber ich möchte Anregungen bieten und Alternativen aufzeigen.“ Umweltfreundliche Planung und stilvolle Gestaltung könnten Hand in Hand gehen, ist sie sich sicher und sprudelt los: „Statt Luftballons können Seifenblasen in den Himmel steigen, bei Blumen hilft es, wie beim Essen und der Auswahl des Caterers, regional zu denken und generell empfehle ich die Devise reduziere, verwerte wieder und verwende wieder“, erklärt sie und fügt an, dass Deko mit Tüchern, Glas oder Blüten in Zeitungspapier genauso wirken könne, wie mit buntem Plastik.

Hochzeiten nachhaltig planen

Fortan will die Quereinsteigerin jeden Monat eine Idee auf ihrer Homepage posten. Den Anfang machen selbst gemachte gebrannte Mandeln, die in einem kleinen Einmach- oder Marmeladenglas serviert werden. Auf der ausführlichen Webseite gibt es viele nachhaltige Tipps und die Möglichkeit, Anna Strunk in drei Funktionen zu beauftragen. Immer gehört ein kostenloses Erstgespräch dazu. Ihr Verdienst orientiert sich danach am Budget des Paares. Davon gehen 15 Prozent an die Weddingplanerin und es muss eine Anzahlung geleistet werden.

In der IHK-Prüfung musste Anna Strunk eine Scheunenhochzeit für 85 Personen organisieren. Für die Feier mit freier Trauung stand ein Budget von 28 500 Euro zur Verfügung. „Das hat super geklappt, aber die Coaches hatten es auch echt drauf. Wichtig ist, dass die Paare ein paar Vorstellungen haben, damit ich weiß, in welche Richtung es gehen soll, dann lege ich nachhaltig los.“

Anna Strunk geht mit gutem Beispiel voran, nutzt Ökostrom und das Rad

Und sie geht mit gutem Beispiel voran und hat ihre Online-Agentur im Waiblinger Homeoffice nachhaltig ausgerichtet. „Mein Partner und ich nutzen Ökostrom, ich arbeite weitgehend papierlos, meine Drucksachen sind klimaneutral auf Recyclingpapier und ich fahre meist Rad oder mit Bus und Bahn. Für die nähere Zukunft habe ich geplant, für jede gebuchte Komplettplanung einen Teil meines Verdienstes an nachhaltige Projekte zu spenden und auch die Möglichkeit anzubieten, klimaneutral zu heiraten.“ Das hilft ihr vielleicht auch, wenn sie dann ihre eigene Hochzeit plant – eher klein, eher im Winter, eher schlicht und natürlich im Einklang mit der Umwelt und ohne Schickimicki-Schnickschnack.

Weddingplanerin Anna Strunk und ihren Dienstleistungen

Infos
Nähere Informationen und die Möglichkeit sich Tipps zu holen, ihr auf Social Media zu folgen und Anna Strunk für die eigene Hochzeit zu engagieren, gibt es unter https://xn--natrlich-fr-immer-hochzeitsplanung-dtdh.de/

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