Behauen eines Balkens im Etterhof Am 10. Mai 2026 wird von 14:00 – 17:00 Uhr im Etterhof in Hemmingen ein Balken nach alter traditioneller Methode im Rahmen einer Mitmachaktion zur Jahresdoppelausstellung „Die Axt - Muskelkraft statt Kettensäge“ und „Intarsien – die hohe Kunst der Holzbearbeitung“ aus einem Baumstamm behauen.
Die Herstellung von Balken durch Hauen aus Stämmen ist in primitiver Form seit dem Ende des 6. Jahrtausends v. Chr. historisch belegt. Die Technologie erreichte ihren Höhepunkt zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert, als die Raffinesse der benötigten Werkzeuge es relativ einfach und schnell machte, gerade und sauber bearbeitete Balken herzustellen.
Im frühen Mittelalter wurde die Bartaxt zum Hauen verwendet. Beim Arbeiten mit einer Bartaxt liegt der zu bearbeitende Stamm auf niedrigen Unterlagen auf dem Boden. Später entwickelte sich aus der Bartaxt das Breitbeil. Beim Arbeiten mit dem Breitbeil wird der Stamm auf Böcke gelegt. Noch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts waren die meisten Dachstühle (vor allem auf dem Lande) aus behauenem Material. Nach Abschluss der ländlichen Elektrifizierung in den 1940er Jahren wurde die mühsame Handarbeit schnell durch maschinelles Schneiden ersetzt.
Eicke Rossow führt zusammen mit Manfred Österle vor, wie aus einem Stamm nach traditioneller Zimmermannsmethode ein Balken entsteht. Fach- und tatkräftige Unterstützung haben sie sich dabei mit Davina Martin und Florian Müller von der Zimmerei Frick aus Weissach geholt.
Das Team verfügt über zwei Zimmermannsböcke und Klammern zur Befestigung des Stammes an den Böcken. Ein einfaches Senklot zur Bestimmung der Vertikalen, ein Winkel zur Bestimmung des rechten Winkels und eine Schlagschnur gehören zu ihrer Grundausstattung. Aus der Ausstellung kommen ein Ziehmesser, Bundäxte und Breitbeile zum Einsatz.
Mit der Schlagschnur wird die spätere Kontur des Balkens auf dem Stamm markiert, nachdem vorher das Profil auf den senkrechten Schnittflächen mit dem Lot und dem Winkel aufgetragen wurden. Seitlich werden dann senkrechte Kerben mit den Bundäxten im Abstand von etwa 40 cm in die Stämme eingehauen. Beim groben Behauen wird übriges Holz zwischen den Kerben mit den Bundäxten grob entfernt. Im letzten Schritt wird die ganze zu bearbeitende Fläche bis zur markierten Linie sauber behauen. Wenn beiden senkrechten Flächen fertig gemacht sind, wird der Balken um 90 Grad gedreht. Dort werden die Arbeitsschritte wiederholt, bis alle Seiten bearbeitet sind.
Wer sich das nicht vorstellen kann ist eingeladen, sich das Behauen eines Balkens am 26. Mai in Hemmingen in der Eisgasse 7 anzuschauen oder gar mitzumachen. Wie jeden Sonntag bietet der Etterhof von 14:00 bis 17:00 Uhr Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränke. Die beiden Wechselausstellungen sind noch bis zum 18. Oktober geöffnet.
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