Hemmingen Landkreis kauft Gebäude zur Unterbringung von Geflüchteten

Der Landkreis hat in Hemmingen ein Bürogebäude gekauft. Foto: stz/Pascal Thiel

In Hemmingen wird ein Bürogebäude mittelfristig für die vorläufige Unterbringung von Geflüchteten genutzt.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Der Landkreis Ludwigsburg hat ein Bürogebäude in Hemmingen für die vorläufige Unterbringung Geflüchteter gekauft. Mit diesem Schritt setzt der Landkreis nach eigenen Angaben seine Strategie fort, künftig eigene Standorte für die vorläufige Unterbringung zu nutzen, also weniger Mietobjekte dafür zu nutzen. Nach dem Umbau soll das Gebäude in der Brennereistraße 1 mittelfristig mit bis zu 70 Personen belegt werden.

 

Der Landkreis wolle künftig auch auf eigene Objekte zur Flüchtlingsunterbringung setzen, weil man andernfalls bei der Verlängerung von Miet- beziehungsweise Pachtverträgen ansonsten von den jeweiligen Eigentümern abhängig sei. „Das macht eine langfristige Planung schwierig“, sagt Jürgen Vogt, Erster Landesbeamter des Landkreises Ludwigsburg.

700 000 Euro Umbaukosten

Die Zugangszahlen seien in den vergangenen Monaten zurückgegangen, aber noch immer auf einem deutlich höheren Niveau als in den Jahren vor Beginn des Ukrainekrieges, so Vogt. Der Erwerb des Bürogebäudes helfe dem Landkreis, flexibel und vorausschauend auf diese Herausforderung zu reagieren.

Das Bürogebäude ist derzeit überwiegend noch vermietet, daher nutzt er das Gebäude erst mittelfristig, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises. Erst nach dem vollständigen Umbau geht das Gebäude final in das Eigentum des Landkreises über. Die Umbaukosten einschließlich des Anschlusses an die Nahwärmeversorgung belaufen sich auf insgesamt 700 000 Euro.

Wie es in der Mitteilung des Landratsamtes heißt, habe die Gemeinde Hemmingen den Kauf des Objekts ausdrücklich unterstützt und die derzeit noch als Parkplatz genutzte unmittelbar angrenzende Fläche für den sozialen Wohnungsbau erworben. Die Nutzung der beiden Grundstücke durch die Gemeinde und den Landkreis könne zusätzliche Synergien schaffen. „Die Unterbringung von Geflüchteten ist eine Pflichtaufgabe der Kommune“, sagt Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU). „Dieses Grundstück bietet uns die Möglichkeit, dieser Verantwortung gerecht zu werden und Menschen, die zu uns kommen, angemessen unterzubringen. Hemmingen leistet damit einen wichtigen Beitrag zu dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung.“

Tag der offnen Tür

Vor der Belegung des Gebäudes plant der Landkreis einen Tag der offenen Tür, um die Bürger über das Projekt zu informieren. An diesem Tag haben Interessierte die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen, Einblicke in die Umbaumaßnahmen zu erhalten und sich über das Konzept der Unterkunft sowie die vorgesehenen Unterstützungsangebote für Geflüchtete zu informieren. Der Landkreis möchte an diesem Tag der offenen Tür Fragen beantworten und den Dialog mit der Nachbarschaft fördern.

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