Leichten Fußes tänzelt er auf die Bühne. „Was ist los? Da ist, was los ist“, stimmt er an. Wahnsinn, was da los ist in den über zwei Stunden seines Auftritts im Ehrenhof des Neuen Schlosses.
Am Mittwochabend wird man auf dem Stuttgarter Schlossplatz Zeuge einer einzigartigen Kombination: Herbert Grönemeyer, der Antipopstar aller Popstars, tritt mit seiner wohlfeil eingespielten Band und den Stuttgarter Philharmonikern unter der Leitung von Nick Ingman auf. Zwei Tage zuvor wurde unter Verschluss der Öffentlichkeit im Gustav-Siegle-Haus geprobt, um dieses exzeptionelle Erlebnis rund zu machen. Schon am Nachmittag hallt der sehr lange Soundcheck bis hoch zur Waranga-Bar. Grönemeyer, der Perfektionist und Malocher, will allen einen guten Abend bieten. Es ist der Auftaktabend zu den Schlossplatzkonzerten der Jubiläumsausgabe der Jazz Open. Es werden noch Lenny Kravitz, Sam Smith, Jamie Cullum (natürlich!), Sting und Parov Stelar folgen.
Heute also Herbert Grönemeyer. Zuletzt hat der 68-Jährige vier Abende hintereinander den 40. Geburtstag seines Durchbruch-Albums „4630 Bochum“ gefeiert. Jeden Abend waren 25.000 Menschen da. Heute ist’s in Stuttgarts Herzen fast schon intim und stellenweise wahnsinnig emotional.
„Das ist los“ ist ganz programmatisch der Opener. Es ist ein Lied von seinem aktuellen, sage und schreibe 16. Album, das er vergangenes Jahr veröffentlicht hat. In den folgenden gut zwei Stunden wird er aber auch viele Klassiker darbieten, die Liebeserklärung an seine Heimat „Bochum“ dichtet er kurzerhand um in „Du bist keine Weltstadt so wie Stuttgart“. Dann sind da natürlich Hits wie „Alkohol“, „Zeit, dass sich was dreht“ und „Männer“, das wahnsinnig emotionale „Der Weg“, das mit den Streichern sehr besonders ist. Was für ein Abend!
Eine ausführliche Konzertkritik lesen Sie hier.