Hermann-Hesse-Bahn Die Legende vom „Schwarzwald-Drachen“

Von kle 

Erwin Eisenhardt von den Grünen erzählt die Geschichte der Hesse-Bahn neu.

Der Eingang des Hirsauer Tunnels bei Calw vor einigen Jahren hat schon etwas Märchenhaftes an sich. Foto: dpa
Der Eingang des Hirsauer Tunnels bei Calw vor einigen Jahren hat schon etwas Märchenhaftes an sich. Foto: dpa

Renningen - Wenn es um die Hermann-Hesse-Bahn geht, sind vor allem Politiker im Umkreis um kein Statement verlegen. Kaum eine Gelegenheit lassen sie verstreichen, ihre Ansichten – ob dafür oder dagegen – zu vertreten. Es werden gehaltvolle Reden geschwungen, Statistiken zitiert, Argumente aufgezählt. Den Grünen-Ratsherrn Erwin Eisenhardt aus Renningen dagegen hat die bewegte Geschichte der Hesse-Bahn jetzt zu einem Ausflug in die Welt der Dichtung angespornt. Er erzählt die „Legende der sieben Schwaben aus dem Landkreis Böblingen“, in denen vor allem bekannte Kreispolitiker ihren „großen Auftritt“ bekommen.

Sieben Schwaben finden sich zusammen

„Aus dem Schwarzen Wald brachten Reisende gar schreckliche Kunde in die Auen des Würmtales, des Rankbachs und der Glems. Ein stinkendes, lärmendes Ungeheuer sei dort gesichtet worden. Noch schlimmer die Nachricht, dass sich dieses schreckliche Untier aufgemacht habe, um die Bewohner dieser genannten Täler heimzusuchen.

Da fassten sich sieben Schwaben ein Herz, um der Bestie mann(?)haft entgegenzutreten. Der Schnocke-Schwoab aus Malmsheim, Bernhard Maier, der Dalaffe-Schwoab Wolfgang Faißt, der Erbserugler-Schwoab Thilo Schreiber, die Mückenstürmer-Neuschwäbin Sabine Kurtz, der Kepp­ler-Schwoab, Hans-Josef Straub, genannt der ,Kurze Sepp’, und der S-Bahn-Schwoab Jürgen Wurmthaler. Diese Sechs fanden noch einen weiteren Mitstreiter, den Schwarzseher-Schwoab Norman Polensky. Dieser verkündete am Rankbach jeden Tag öffentlich das Ende der Welt durch das nahende Monster.

Kleine Bahn statt schrecklichem Ungeheuer

Als die Sieben sich gefunden hatten, überlegten sie, wie sie dem Schwarzwalddrachen gegenübertreten konnten. Sie bewaffneten sich schließlich mit einem riesigen Speer, den sie nur gemeinsam halten konnten. So gerüstet, zogen sie in Richtung des Schwarzen Waldes.

Kurz hinter Weil der Stadt, wo bekanntlich die Welt aufhört (Endstation S-Bahn), war es dann so weit. Das leibhafte Grauen rollte ihnen aus dem Wald entgegen. Das gar schreckliche Ungeheuer entpuppte sich beim näheren Hinsehen aber lediglich als kleine Bahn, die die Schwarzwälder in die Region Stuttgart bringen sollte. Von allzu viel Lärm oder Gestank konnten die sieben Schwaben nix entdecken. Und wie es sich herausstellte, keiner von ihnen hatte jemals ein solches Gefährt betreten oder war gar mit ihm gefahren. Noch heute lachen die Leute über die großen Ängste der sieben Schwaben im Norden des Landkreises Böblingen. Vielleicht aber haben sie ja inzwischen einfach den Speer weggeworfen, sind in den Zug eingestiegen und in den schönen Schwarzwald gefahren.“

Ob die genannten Schwaben ihre Meinung nach dieser Geschichte ändern, darf aber wohl bezweifelt werden.