Hermann-Hesse-Bahn Drohen vier Jahre Verzögerung?

Von F. Mader 

Das Ergebnis des Fledermaustests wird mit Spannung erwartet.

Viele Fledermäuse leben in den Tunneln. Foto: dpa
Viele Fledermäuse leben in den Tunneln. Foto: dpa

Calw - Akzeptieren die Fledermäuse das Tunnel-in-Tunnel-Konzept? Das soll ein Versuchsaufbau zeigen, für den Wissenschaftler in den vergangenen Wochen in den 100 Jahre alten Röhren unterwegs waren. Derzeit werten sie, wie berichtet, die Daten aus. In „wenigen Wochen“ wolle man das Ergebnis verraten, heißt es jetzt aus dem Calwer Landratsamt.

Vor Ostelsheimer Gemeinderäten verriet der Hesse-Bahn-Chefplaner Michael Stierle zudem, was es für seine Behörde bedeutet, wenn das Fledermaus-Experiment nicht das gewünschte Ergebnis bringt und das Tunnel-in-Tunnel-Konzept bestätigt. „Wenn das nicht geht, müssen wir uns etwas Neues überlegen“, sagte Stierle laut dem „Schwarzwälder Boten“. Dann käme es mit dem Naturschutzbund Nabu zu juristischen Auseinandersetzungen, und das Verkehrsprojekt würde sich erneut um vier bis fünf Jahre verzögern.

Der Nabu hatte Klage gegen die Hesse-Bahn vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim eingereicht, weil in den Tunneln Fledermäuse leben, die nach EU-Recht streng geschützt seien. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte daraufhin den Nabu und das Landratsamt Calw einbestellt und nach einem Kompromiss suchen lassen.

Ergebnis war das Tunnel-in-Tunnel-Konzept. Dabei will man einen Teil der Röhren mit einer Wand abtrennen, damit die in den Tunnelwänden lebenden Tiere nicht von den Zügen gestört werden. Offen ist weiterhin, wer diese Maßnahme bezahlen soll.

Andernorts beobachtet man die Tests genau. „Was da oben geht, müsste auch bei uns klappen“, sagte jüngst Christian Brinkmann, der Geschäftsführer der Sau-schwänzlebahn bei Blumberg.




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