Hermann-Hesse-Bahn Straub: Erst das Gutachten zur S-Bahn abwarten

Von flo 

Der SPD-Kreisrat kritisiert, dass der Landrat die Beteiligung an Hesse-Bahn will.

Die Hesse-Bahn bleibt das Streitthema Nummer 1 im Altkreis. Foto: dpa
Die Hesse-Bahn bleibt das Streitthema Nummer 1 im Altkreis. Foto: dpa

Kreis Böblingen - Die erste Stimme zur möglichen Beteiligung des Kreises Böblingen an der Hermann-Hesse-Bahn hat sich zu Wort gemeldet. Zwar habe der Calwer Raum die Anbindung bis Weil der Stadt verdient, teilt der SPD-Kreisrat und frühere Weil der Städter Bürgermeister Hans-Josef Straub mit. „Aber nach Jahrzehnten der Abwerbung von Bürgern mit günstigeren Bauplatzpreisen und einer seit Jahrzehnten deutlich niedrigeren Kreisumlage als bei uns soll der Landkreis Calw diese Verbindung selbst bezahlen“, sagt Straub.

Hans Josef Straub. Foto: Hans Jörg Ernst

Er reagiert damit auf das Interview mit Landrat Roland Bernhard vom Samstag. Bernhard hatte darin erstmals vorgeschlagen, dass sich der Kreis Böblingen mit einer Einmalzahlung von 3,9 Millionen Euro an der neuen Schienenverbindung zwischen Calw und Renningen beteiligen könnte. „Warum sich aber die Steuerzahler aus Weil der Stadt und Renningen an der Calwer Bahn beteiligen sollen, versteht hier ­niemand“, sagt Hans-Josef Straub. Landrat Roland Bernhard hatte in unserer Zeitung angekündigt, dass er im Herbst den Kreistag um eine Entscheidung zur Hesse-Bahn-Beteiligung bitten werde.

Hans-Josef Straub fordert eine Vertagung der Entscheidung. „Falsch ist, dass der Zuschussantrag aus Calw entscheidungsreif ist“, sagt er. Es gebe keine Eile. Der Kreisrat verweist auf ein Gutachten, das derzeit überprüft, ob die S-Bahn-Verlängerung nach Calw wirtschaftlich wäre. Dessen Ergebnisse sind für Herbst angekündigt. „Dieses Gutachten gilt es abzuwarten, bevor man voreilig 3,9 Millionen zum Fenster rauswirft“, sagt der SPD-Politiker. Bernhard hatte dies im Gespräch mit unserer Zeitung abgelehnt, da die S-Bahn-Verlängerung erst in einer zweiten Ausbaustufe erwogen werden solle.

„Nimmt man die 3,9 Millionen und die Ersparnis durch den völlig sinnlosen Umbau der Bahnhöfe Weil der Stadt und Renningen mit vier Millionen, so könnte man für eine S-Bahn-Verlängerung bereits 7,9 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stellen“, lautet Straubs Argument. Denn fahre die Hesse-Bahn erst einmal, dann ­gebe es in Calw „keine Bereitschaft, dieses Zügle zugunsten einer zukunftsträchtigen S-Bahn-Lösung aufzugeben“.

Zugleich kündigt Hans-Josef Straub in seiner Mitteilung seinen Abschied aus der Politik an. 2019 wolle er nicht mehr für den Kreistag kandidieren.




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