Herrenberg Happy end für die Spitalkirche

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Das zum Bürgertreff umgebaute Gotteshaus in der Altstadt kommt bei den Menschen gut an. Viele Neugierige werfen beim Spitalcafé zur Marktzeit einen Blick ins Haus. Der Dekan hat aber noch weitere Träume.

Wohnzimmeratmosphäre in der Kirche: viele Bürger  kommen ins Spitalcafé. Foto: factum/Weise 7 Bilder
Wohnzimmeratmosphäre in der Kirche: viele Bürger kommen ins Spitalcafé. Foto: factum/Weise

Herrenberg - Die Hoffnungen und Erwartungen des evangelischen Dekans von Herrenberg, Eberhard Feucht, waren groß – und sie haben sich mehr als erfüllt. Voll war das Marktcafé am Samstagmorgen in der neu eröffneten Spitalkirche unterhalb des Marktplatzes. Sehr gut besucht waren auch alle anderen Veranstaltungen der Eröffnungswoche. Täglich hatte es ein anderes Highlight gegeben: ein kleines Chorkonzert, einen Literaturnachmittag und am Freitag einen großen Jugendabend mit Filmnacht und Tanz.

Längst vergessen ist das Grummeln vieler Bürger über den Stopp der einst geplanten Jugendkirche, den der Dekan vor sechs Jahren ausgerufen hatte – aus finanziellen Gründen. Längst haben sich die Herrenberger angefreundet mit dem neuen Konzept eines von der Kirche getragenen Bürgertreffs mitten in der Altstadt. Und der Umbau der Spitalkirche war ein Herzensprojekt vieler Bürger, nicht nur der kirchlich orientierten. Das zeigt sich an der Spendenfreudigkeit. „Allein am Einweihungssonntag hatten wir 3000 Euro Kollekte. Das gab es noch nie“, sagt Feucht.

Eine Million Euro hat der Umbau gekostet

Freundlich und hell wirkt das Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert nach seiner Sanierung. Der dunkle morbide Charakter ist einem modernen Ambiente gewichen. „Das hat Wohnzimmeratmosphäre“, schwärmt Feucht. Trotzdem blieb der sakrale Charakter erhalten: die hölzerne Kanzel und die Empore sind unverändert, ein Teil der Renaissancedecke wurde freigelegt.

Vielfältig nutzbar ist die Spitalkirche nun: sobald die Orgel gereinigt ist, soll es wieder Konzerte geben. Das Spitalcafé öffnet zunächst jeden dritten Samstag im Monat zur Marktzeit, einmal im Monat soll das Friedensgebet stattfinden und wöchentlich ein Taizégebet. „Wir probieren vieles aus. Wir wollen uns nicht zu schnell mit Terminen festlegen“, betont der Dekan. Er hat aber durchaus Träume: zum Beispiel von einer Vesperkirche in der Spitalkirche. Für Gottesdienste gibt es einen mobilen Altar. Aber auch Tanzveranstaltungen und Kinoabende wie am Freitag sollen möglich sein.

Eine Million Euro haben Sanierung und Umgestaltung gekostet. Auch Stadt und Land beteiligten sich. Stolz ist Eberhard Feucht, dass „wir den Zeit- und Kostenrahmen punktgenau erreicht haben.“ Nur 17 Monate dauerte der Umbau.