Herrenberger Kuchen-Marathon Verein plant den längsten Apfelkuchen der Welt
Den längsten Apfelkuchen der Welt will der Obst- und Gartenbauverein Herrenberg backen. Für 800 Jahre Herrenberg gibt es 800 Meter Kuchen.
Den längsten Apfelkuchen der Welt will der Obst- und Gartenbauverein Herrenberg backen. Für 800 Jahre Herrenberg gibt es 800 Meter Kuchen.
Selten, dass eine Ausschusssitzung mit einer Vision beginnt, aber am Montag beim Verwaltungsausschuss erlaubten sich die Herrenberger Gemeinderäte und der Oberbürgermeister Nico Reith einen Blick auf den 31. Dezember des Jahres 2028.
Dann nämlich wenn die Feierlichkeiten zum 800-jährigen Geburtstag der StadtHerrenberg vorüber sein werden und „wir uns“, so Nico Reith, „erschöpft und glücklich in die Augen schauen und ein Gläschen Sekt trinken.“ Denn das Jubiläumsjahr wird anspruchsvoll: Theatergruppen, Bands und Chöre werden ihre Aufführungen gemeistert haben. In Festen, Veranstaltungen und Feiern werden sich die Kulturen der Stadt, die Religionen und die gesellschaftlichen Gruppen begegnet sein.
Und einen 800 Meter langen Apfelkuchen wird es geben. Das ist jedenfalls die Idee des Herrenberger Obst- und Gartenbauvereins, mit dem er gleichzeitig den Weltrekord knacken will, der im Guinness Buch der Rekorde festgeschrieben ist: das ist ein 276,5 Meter langer Kuchen, der 2013 in Gifthorn aus der Röhre kam. Will man den Quellen glauben, gab es im Jahr 2011 in Argentinien einen noch größeren Kuchen von 303 Metern Länge, der allerdings ohne einen Guinness-Prüfer gebacken wurde und somit nicht im offiziellen Buch steht.
Immerhin, die Herrenberger haben sich viel vorgenommen: Wenn sie ein Rezept verwenden, wie das in Argentinien, dann müssten sie hochgerechnet für die 800 Meter Kuchen etwa 50 000 Äpfel schälen und verbacken, also etwa – den echten Schwaben wird es betrüben – das Gegengewicht von 35 000 Liter Most.
In der Ausschusssitzung kamen noch weitere Ideen zum Jubiläum auf. Klar ist, dass es eine Festschrift geben wird, klar ist auch, dass das Glockenmuseum wieder geöffnet sein wird und die weltweit einzigartigen Glockenkonzerte vom Stiftskirchenturm herunter schallen werden. Bodo Philipsen (SPD) regte an, die jüngste Geschichte der Stadt von etwa 1970 an aufzuarbeiten, und Thomas Deines (Freie Wähler) machte klar, wie wichtig es sei, dass die vielen Ehrenamtlichen beim Jubiläum feste Ansprechpartner haben. Denn darum ging es naturgemäß im Verwaltungsausschuss. Die Stadt plant jetzt, eine feste Verwaltungsstruktur für das Jubiläum zu errichten. Die Herrenberger Multiprojektmanagerin Alexandra Raible wird die Aufgabe federführend übernehmen, es gibt ein Lenkungsgremium, Arbeitsgruppen und Unterarbeitsgruppen, die sich mit allen Bestandteilen des Projektes befassen. Darüber hinaus soll eine Geschäftsstelle für das Stadtjubiläum eingerichtet werden.
Die speziellen Aufgaben für das Jubiläum werden dem Stadtmarketing-Verein übertragen, der einerseits Erfahrung mit großen Veranstaltungen hat, und andererseits damit seinem Vereinszweck dient. Denn dieses Jubiläum bedeutet eine beträchtliche Außenwirkung und Aufwertung der Stadt.
Eingeplant sind jetzt etwa 170 000 Euro für die Vorbereitungen, denn es sind eine Menge anspruchsvoller Veranstaltungen geplant, die ebenso viel Vorbereitung brauchen wie der Weltrekord im Apfelkuchen-Backen.
Es gab im Ausschuss keinen Widerspruch gegen die Organisation des Jubiläums, und dass die Herrenberger die Feiern und den Kuchen schaffen, daran hegen Nico Reith und Alexandra Raible überhaupt keinen Zweifel.