Herrenberger Straße in Böblingen Baustelle mit weitreichenden Folgen

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Die meistbefahrene Straße ist neun Monate lang gesperrt.

In Vorbereitung: die nächste Baustelle auf der Herrenberger Straße in Böblingen Foto: factum/
In Vorbereitung: die nächste Baustelle auf der Herrenberger Straße in Böblingen Foto: factum/

Böblingen - Es ist der denkbar schlechteste Platz für eine Baustelle in Böblingen: Seit Freitag ist die Herrenberger Straße zwischen Parkstraße und Calwer Straße teilweise gesperrt. Der darunter liegende Kanal muss vergrößert und dafür der Asphalt auf ein paar hundert Metern Länge aufgebaggert werden. „Das ist der Abschnitt mit der höchsten Frequenz an Kraftfahrzeugen in der Stadt“, sagt Frank Bader. Und mit der Baustelle werde die Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts um die Hälfte reduziert, rechnet der Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamts vor: „Die Einschränkung hat weitreichende Auswirkungen.“ Das heißt, die Verkehrsteilnehmer müssen mal wieder mit Staus in Böblingen rechnen.

Chance für das Radwegenetz

Neun Monate werden die Bauarbeiten dauern. Der Kanal ist zu klein geworden, um bei Starkregen die Wassermassen aufnehmen zu können. Auch die Gasleitungen gelten als veraltet und werden bei der Gelegenheit erneuert. Außerdem nutzt die Verwaltung die Chance für den Ausbau des Radwegenetzes: Die mit dem Bau der Bahnunterführung auf der Herrenberger Straße angelegten Fahrradstreifen auf der Fahrbahn werden nun bis zur Parkstraße fortgesetzt. Damit reicht der Radweg entlang der Ausfallstraße dann bald bis nach Ehningen. Auch wenn die Böblinger zuletzt von vielen Baustellen geplagt wurden, ist der Zeitpunkt dennoch günstig: Wenn mit dem Ausbau der A 81 begonnen wird, soll es keine Baustellen mehr in der Stadt geben, weil sie sicherlich als Ausweichstrecke dienen wird.

Rund 3,2 Millionen Euro kosten die Radwege und die Erneuerung des Kanals und der Gasleitungen. In vier Abschnitten wird auf der Herrenberger Straße gearbeitet. Zunächst müssen bis voraussichtlich Mitte August die beiden stadteinwärts führenden Spuren zwischen der Calwer Straße und der Parkstraße gesperrt werden. Für beide Fahrtrichtungen bleibt dadurch nur noch eine Spur übrig. Dass an der Kreuzung mit der Parkstraße nur noch das Rechtseinbiegen in die Herrenberger Straße in Richtung Elbenplatz möglich sein wird, ist für die Autofahrer sicherlich gewöhnungsbedürftig.

Zusätzlich wird die Talstraße vom Parkplatz am Bahnhof bis zum Omnibusbahnhof nur noch für Busse und Taxen freigegeben. Damit soll sichergestellt werden, dass der öffentliche Nahverkehr ungehindert vorwärts kommt. Von Mitte August an steht die andere Straßenhälfte an sowie die Erneuerung des Kreuzungsbereichs mit der Parkstraße und der Berliner Straße. Im März 2020 sollen die Arbeiten fertig sein.

Böblingen sollte man meiden

Bis Donnerstag, 13. Juni, dauere die erste Gewöhnungsphase, schätzt Frank Bader. Die zweite folge nach den Pfingstferien, wenn wieder mit Staus in möglicherweise alle vier Richtungen zu rechnen ist. „Die Baustelle liegt mitten im neuralgischen Innenstadtbereich“, sagt der Amtsleiter. Deshalb geht er auch davon aus, dass sie sich „noch dramatischer“ auswirkt als der Bau der Bahnunterführung auf der gleichen Straße ein paar hundert Meter weiter stadtauswärts im vergangenen Herbst. Der Unterschied ist, dass es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt.

„Wenn man nach Alternativrouten schaut, muss man weit gucken“, sagt Frank Bader von der Böblinger Stadtverwaltung. Sein Tipp lautet daher, die Böblinger Innenstadt zumindest bis Mitte August weiträumig zu umfahren.