Hertha BSC gegen Union Berlin Hertha siegt dank Krzysztof Piatek 3:1

Herthas Krzysztof Piatek bejubelt sein Tor zum 2:1. Foto: dpa/Odd Andersen
Herthas Krzysztof Piatek bejubelt sein Tor zum 2:1. Foto: dpa/Odd Andersen

Blau-Weiß regiert Berlin für eine Nacht: Hertha BSC hat dank Joker Krzysztof Piatek das „Geisterderby“ gegen Union Berlin gewonnen und die Vormachtstellung des Rivalen in der Hauptstadt ins Wanken gebracht.

Berlin - Von der Bank zum Derby-Helden: Der Pole Krzysztof Piatek hat mit einem Tore-Doppelpack das Berliner Stadtduell entschieden. Der zur Pause eingewechselte Hertha-Mittelstürmer sorgte am Freitagabend zum Auftakt des zehnten Spieltages der Fußball-Bundesliga mit seinen Treffern in der 74. und 77. Minute für den 3:1 (0:1)-Erfolg gegen den Rivalen 1. FC Union. Es war der erste Heimsieg der „Alten Dame“ in dieser Saison, der Gegner aus Berlin-Köpenick verlor hingegen seit dem 19. September erstmals wieder.

Nach der Führung der Gäste durch Taiwo Awoniyi (20. Minute) und dem Platzverweis für Unions Abräumer Robert Andrich (24.) wegen groben Foulspiels hatte Peter Pekarik (51.) für Hertha den Ausgleich erzielt. Hertha rückte durch den Sieg in der Tabelle mit elf Punkten vorerst auf Rang elf vor, liegt aber noch fünf Zähler hinter dem Sechsten Union.

Die Unioner, die erstmals als die besser positionierte Mannschaft in ein Derby gegangen war, wollten nach dem frustrierenden 0:4 im letzten Stadtduell im Mai etwas gutmachen. Mittelfeldmann Andrich setzte mit zwei rustikalen Zweikämpfen im ohne Fans gespenstig wirkenden Olympiastadion klare Signale: acht Spiele in Folge ohne Niederlage sorgten für viel Selbstbewusstsein bei den Eisernen.

Labbadia bringt Lucas Tousart

Hertha-Coach Bruno Labbadia verzichtete zunächst auf Piatek. Dafür brachte er in Lucas Tousart einen zusätzlichen Mittelfeldspieler. Zudem ersetzte nach langer Verletzungs- und Covid-19-Pause Jordan Torunarigha in der Abwehr den angeschlagenen Omar Alderete.

Hertha übernahm optisch die Kontrolle. Doch mit dem ersten ernsthaften Angriff schockten die Gäste die Gastgeber. Marcus Ingvartsen steckte den Ball auf Awoniyi durch, die Liverpool-Leihgabe setzte sich gegen Tousart und Matteo Guendouzi durch und schob den Ball ins lange Ecke zu seinem zweiten Saison-Tor ein.

Ab der 24. Minute änderte sich zumindest zahlenmäßig das Kräfteverhältnis auf dem Platz schlagartig. Wieder ging Andrich ohne Rücksicht in einen Zweikampf und traf mit viel zu hohem Bein Tousart am Kopf. Schiedsrichter Felix Brych zog glatt Rot.

Hertha tat sich mit der personellen Überlegenheit schwer, die von Union-Coach Urs Fischer schon von Beginn an aufgebotene Fünfer-Kette machte die Räume zu. Die erste Chance für Hertha hatte Dodi Lukebakio nach einer Ecke von Matheus Cunha. Doch der Kopfball des Belgiers kam zu unplatziert. Kurz vor der Pause klärte Julian Ryerson nach einer Eingabe von Vladimir Darida erneut vor Lukebakio.

Union fehlen mehrere Spieler

Hertha hätte die Durchschlagskraft von Stürmer Jhon Cordoba jetzt gut gebraucht, doch der Kolumbianer fehlt derzeit ebenso wie Abräumer Santiago Ascacibar wegen Verletzung. Union musste im Derby ohne die Angreifer Anthony Ujah und Joel Pohjanpalo sowie auch ohne Nico Schlotterbeck und Christian Gentner auskommen.

Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich fällte zur Pause ein klares Urteil. „Wir machen ein schlechtes Spiel.“ Labbadia reagierte und brachte Piatek und Javairo Dilrosun als Offensivkräfte - und hatte Erfolg: Den Schuss von Herthas besten Torschützen Cunha konnte Union-Keeper Andreas Luthe nur zur Seite abklatschen, Verteidiger Pekarik setzte den Ball im Nachschuss ins Netz zum zweiten Saisontor.

Doch Union ließ sich zunächst nicht aus dem Konzept bringen. Doch der erste Bundesliga-Doppelschlag des vor einem Jahr für 24 Millionen Euro vom AC Mailand gekauften Piatek sorgte für die Entscheidung für Hertha. Union hatte keine Kraft mehr, noch einmal zu kontern. Dann noch eine bittere Szene für die Gäste: Max Kruse, der diesmal keine großen Akzente setzen konnte, verletzte sich in der Nachspielzeit und musste vom Platz.




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