Heslach Der Wirt kehrt zurück zu seinen Wurzeln

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Das Mauldasch schließt nach 15 Monaten wieder. Inhaber Werner Mast übernimmt seine alte Wirkungsstätte.

Eva Volk und Werner Mast sind wieder in der Weinstube anzutreffen. Foto: Nina Ayerle
Eva Volk und Werner Mast sind wieder in der Weinstube anzutreffen. Foto: Nina Ayerle

Heslach - Für seine Stammgäste war es ein ganz schönes Hin- und Her. Ist Werner Mast nun gerade in der Mauldasch anzutreffen oder ein paar Straßen weiter in der Weinstube Heslach? Denn dort, wo der Chef und seine weit über die Stuttgarter Stadtgrenzen hinaus bekannte Köchin Eva Volk wirken, da wollen die Gäste hin. „Das ist wegen des Zwiebelrostbratens“, verrät ein Ehepaar, dass schon seit Jahren Stammgast ist. Den kocht die aus Berlin stammende Elke Volk laut den beiden wie eine echte Schwäbin.

Doch Ende Juli hat Werner Mast das Mauldasch geschlossen. In Zukunft ist er nur noch in der Weinstube in der Böckelerstraße 18 anzutreffen. Genau genommen waren beide Gaststätten nie lange zugleich in seinem Besitz, sondern immer nur eine. Erst gehörte ihm gemeinsam mit seiner Ehefrau über 15 Jahre die Weinstube Heslach, dann die Mauldasch, jetzt wieder die Weinstube.

Wie das Durcheinander zustande kam, erzählt Mast ganz offen: „Meine Ehefrau und ich gehen beruflich und privat getrennte Wege“, sagt der 59-Jährige. Nach der Trennung habe sie zunächst die Weinstube weitergeführt, er habe mit der Mauldasch ein neues Projekt gestartet. Da seine Exfrau die Weinstube nicht mehr wollte, habe er die Gelegenheit genutzt, wieder an seine alte Wirkungsstätte am Bihlplatz zurückzukehren. „Hier draußen zu sitzen ist auch viel schöner“, findet er.

„Ich bin hier eigentlich nur der Hausmeister“

Beides gleichzeitig zu betreiben, das kam für ihn nicht in Frage. „Ich kann mich nicht zerreißen“, sagt Mast. Das wollte der 59-Jährige aber auch nicht. „Ich bin hier zu Hause“, sagt er über die Weinstube. Er habe nicht lange überlegt, als er die Chance hatte, zurückzukehren. Die alte Seemannsklause, in der die Mauldasch eingerichtet war, ist inzwischen geschlossen. Eventuell will Mast sie verpachten, vielleicht auch selbst für größere Veranstaltungen nutzen. Bisher habe er sich darüber aber noch kaum Gedanken gemacht, sagt Mast.

Nachtrauern tut er der Kneipe nicht. „Auch wenn sie etwas Besonderes war“, schiebt er noch nach. Das Publikum sei ganz anders als in der Weinstube gewesen. Zudem habe er die Gaststätte aus dem Nichts heraus eröffnet und trotzdem sei sie schnell beliebt gewesen. Vielleicht wegen der „Schwäbischen Pizza“, die Mast und seine Lieblingsköchin Elke Volk im Angebot hatten. „Das war so ein Gag“, sagt er und lacht. Aus gebratenen Maultaschen mit Ei haben die beiden eine Art Pizza gezaubert.

Ein Gastro-Urgestein ist Werner Mast nicht. Der gelernte Mechaniker kam über seine Exfrau in die Branche. „Ich bin hier eigentlich nur der Hausmeister“, sagt er und lacht. Für das Kochen und besonders für den viel gerühmten Zwiebelrostbraten sei seine Lieblingsköchin Elke Volk zuständig. Nur eine Sache, die lässt er sich nicht aus der Hand nehmen: Die Maultaschen. Die macht der Quereinsteiger nach einem Rezept von seiner Tante. „Ich war mit den Gekauften nie zufrieden“, sagt er. Da habe er solange mit dem Rezept experimentiert, bis die besten Maultaschen entstanden sind. In der Weinstube gibt es die jetzt natürlich auch wieder.

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