Hesse-Bahn-Brücke bei Weil der Stadt Kreis erwägt Beteiligung an Brücke

Von Florian Mader 

Der Streit um die Südumfahrung flammt bei der Bürgerveranstaltung ebenfalls wieder auf.

Roland Bernhard (links) überlegt, ob es Thilo Schreiber (rechts) unterstützt. Foto: factum/Granville
Roland Bernhard (links) überlegt, ob es Thilo Schreiber (rechts) unterstützt. Foto: factum/Granville

Weil der Stadt - Im Jahr 2003 hat Weil der Stadt die Südumfahrung eröffnet. Einige Meter der alten Gleise nach Calw hatte man damals durchtrennen müssen. Dem habe man „selbstverständlich“ zugestimmt, sagt der Calwer Landrat Helmut Riegger am Montagabend in seinem Eingangsstatement. Der Kreis Calw war damals schon Eigentümer der Gleise, hatte sich aber vertraglich zusichern lassen, dass die Stadt Weil der Stadt eine Bahnbrücke über die Südumfahrung bezahlen müsse, sollte die Bahn jemals wieder reaktiviert werden.

Rechnung ohne Hans-Josef Straub gemacht

Was nun der Fall ist. Dass Riegger dies in seiner Rede erwähnt, war wohl als Beispiel der guten Zusammenarbeit gemeint, die damals noch geherrscht habe. Aber da hatte er die Rechnung ohne Hans-Josef Straub gemacht, dem damaligen Bürgermeister von Weil der Stadt. Als die Bürgerfragen dran sind, meldet er sich zu Wort, stellt sich als „Kreisrat der SPD“ vor, der er noch ist, und legt los: „Bleiben Sie bei der Wahrheit!“ Die Südumfahrung habe man vor allem wegen den Calwern gebaut, die sich seitdem nicht mehr durch Weil der Stadt durchquälen müssen. „Und das sind Ihre Bürger, nicht unsere“, ruft er dem Calwer Landrat zu. Straub verweist auch auf die Fördersätze. Als der Vertrag damals abgeschlossen wurde, hat das Land solche Bahnprojekte mit 80 Prozent gefördert. Heute bekommt Weil der Stadt für die 2,5 Millionen Euro teure Brücke nur noch 50 Prozent Zuschuss. „Weil der Stadt muss jetzt 30 Prozent mehr zahlen“, ruft Straub ins Mikrofon und wendet sich dem Böblinger Landrat Roland Bernhard zu. „Herr Landrat, sagen Sie uns zu, dass Sie uns diese 30 Prozent ersetzen, dann unterstützen wir das Projekt im Kreistag.“

Bernhard war selbst in Calw

Bernhard kennt die Zusammenhänge genau. Bis 2008 war er Erster Landesbeamter im Calwer Landratsamt, hat den Vertrag damals mit Straub ausgehandelt. „Ich kann Weil der Stadt verstehen“, sagt der heutige Böblinger Landrat sodann und kündigt an: „Ich nehm das Anliegen mit.“ Man prüfe, ob Weil der Stadt für die Brücke einen „speziellen Obolus“ bekomme. Er sehe aber auch das Land in der Pflicht, sagt Bernhard. Im Kreistag Böblingen überlegt man zudem, ob man dem Zweckverband Hesse-Bahn beitritt, oder diesen unterstützt.