Hidden Champion aus Winterbach Pfisterer wächst rasant – Energiewende treibt Umsatz und Gewinn deutlich an

Pfisterer baut zurzeit an der B29 bei Winterbach ein riesiges Testlabor. Foto: Pfisterer, Gottfried Stoppel

Der Stromnetzspezialist Pfisterer meldet starke Zahlen und volle Auftragsbücher. Hinter dem Wachstum steht ein globaler Trend – mit Folgen für den Standort Winterbach.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Zwischen Streuobstwiesen, Weinreben und Einfamilienhäusern baut ein global aktives Technologieunternehmen seinen Vorsprung aus. Die Pfisterer Holding SE mit Sitz in Winterbach meldet für das Jahr 2025 ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum. Wie das Unternehmen mitteilt, stieg der Umsatz um 17,4 Prozent auf 449,9 Millionen Euro.

 

Auch beim Ergebnis zeigt sich eine klare Dynamik: Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA) erhöhte sich laut Unternehmensangaben um 24 Prozent auf 80,1 Millionen Euro, der Gewinn nach Steuern legte um 53,2 Prozent auf 51,7 Millionen Euro zu. Damit habe sich das Unternehmen erneut stärker als der Markt entwickelt.

Energiewende treibt Nachfrage und Aufträge

Als zentralen Wachstumstreiber nennt die Geschäftsleitung die globale Energiewende und den steigenden Bedarf an leistungsfähigen Stromnetzen. Pfisterer entwickelt Komponenten für Energieinfrastrukturen, die an entscheidenden Schnittstellen eingesetzt werden.

Ende März ist das Richtfest für den Neubau gefeiert worden. Foto: Pfisterer

Die Auftragslage hat sich entsprechend ausgeweitet: Der Auftragseingang stieg laut Mitteilung um 29,6 Prozent, der Auftragsbestand um 42,4 Prozent. Das verschaffe eine solide Grundlage für die kommenden Jahre.

Neubau in Winterbach als strategisches Signal

Parallel zum operativen Wachstum investiert das Unternehmen in den Ausbau seiner Kapazitäten. Am Stammsitz in Winterbach entsteht derzeit ein neues, mehr als 30 Meter hohes Gebäude. Laut Pfisterer verläuft der Bau planmäßig, die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.

In dem Neubau sollen Hochspannungs-Gleichstromsysteme getestet werden – eine Technologie, die für den verlustarmen Transport von Strom über große Entfernungen als zentral gilt. Das Investitionsvolumen für das Projekt liegt bei rund 30 Millionen Euro.

Pfisterer trotzt Markt und stärkt Eigenkapital durch Börsengang

Ein wesentlicher Schritt im Geschäftsjahr 2025 war der Gang an die Börse. Pfisterer zählt damit zu den wenigen Unternehmen in Deutschland, die diesen Schritt in einem zurückhaltenden Marktumfeld gewagt haben.

Nach Unternehmensangaben wurde die Eigenkapitalbasis durch den Börsengang und das positive Ergebnis deutlich gestärkt. Das Eigenkapital stieg auf 205,2 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote auf 57,8 Prozent.

Pfisterer plant Umsatzsprung: 900 Millionen Euro bis 2030

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit weiterem Wachstum. Wie Pfisterer mitteilt, wird für 2026 ein Umsatzanstieg von mindestens zwölf Prozent erwartet.

Vorstandssprecher Johannes Linden sieht sein Unternehmen gut positioniert. Foto: Pfisterer

Auch langfristig formuliert das Unternehmen ambitionierte Ziele: Bis 2030 sollen die Erlöse auf 800 bis 900 Millionen Euro steigen. Vorstandssprecher Johannes Linden betont, man sehe sich gut positioniert, um von strukturellen Trends wie Energiewende und Dekarbonisierung zu profitieren.

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