Benjamin Buttafoco zieht es nach Oberndorf am Neckar. Foto: Stefanie Schlecht
Benjamin Buttafoco hört Ende des Jahres auf. Die Suche nach einem Nachfolger läuft. Seit 2018 war er Betriebsleiter des Hildrizhauser Freibads. Davor sein Vater 38 Jahre lang.
Die Gemeinde Hildrizhausen braucht einen neuen Bademeister für ihr Freibad. Benjamin Buttafoco hat gekündigt, am 31. Dezember ist offiziell sein letzter Arbeitstag. Damit endet gewissermaßen eine Ära in dem kleinen Bad. Hatte doch zunächst Vater Peter Buttafoco 38 Jahre lang auf das Wohl der Badegäste acht gegeben, bis im Jahr 2018 sein Sohn Benjamin übernommen hat. Jetzt allerdings zieht es den 44-Jährigen nach Oberndorf am Neckar. Dort, wo seine Frau Wurzeln habe, lebe er seit Februar mit seiner Familie.
Leicht scheint Benjamin Buttafoco der Abschied nicht zu fallen, vor allem wenn er an die vielen Menschen denkt, die das Bad besuchen. „Manche Badegäste kennen mich ja schon von klein an“, sagt er. „Da fragt man sich schon, ob es die richtige Entscheidung war.“ Dass er es sich – wie 2023 – noch einmal anders überlegt und wieder zurückkommt, schließt er aber aus. Vor knapp zwei Jahren hatte er ins Gärtringer Freibad wechseln wollen, war dann aber doch in Hildrizhausen geblieben. „Ich kann nicht ein zweites Mal den Gang nach Canossa antreten“, meint Buttafoco trocken. Zumal er als Hauptgrund für die Kündigung die weite Entfernung – knapp 60 Kilometer – zwischen Wohn- und Arbeitsort nennt.
Kein Bademeister mehr
Außerdem habe er Lust auf eine berufliche Veränderung gehabt: in der Stadt am Neckar werde er für eine Großgärtnerei mit dem Lkw Tagestouren machen. „Lkw zu fahren war schon immer mein Traum“, sagt der 44-Jährige. Nach der Schule habe er eine Ausbildung zum Lkw-Mechaniker gemacht, sei bei der Bundeswehr gewesen und dann erst im Bäderbetrieb gelandet. Nach Stationen in Weil der Stadt, Ehningen, wo er seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe machte, Weil der Stadt und Holzgerlingen trat er 2018 die Nachfolge seines Vaters an. Als Betriebsleiter des Freibads – so die offizielle Bezeichnung.
Die Stimmung im Freibad in Hildrizhausen wird als entspannt und familiär beschrieben. /Stefanie Schlecht
Fortan hielt er das Bad in Schuss und kümmerte sich um die Sicherheit der rund 30 000 Badegäste im Jahr, unterstützt von seinem Vater, der im Freibad aushalf. Ob er das auch weiterhin tun werde, könne er aktuell noch nicht sagen. Für Benjamin Buttafoco jedenfalls steht fest, dass er dem Bad nicht ganz den Rücken kehrt. Im Sommer schaue er bestimmt mal vorbei. Gerade ist er noch voll im Einsatz, macht alles winterfest und räumt seine Sachen aus. „Ich habe im Sommer ja fast dort gewohnt“, meint er schmunzelnd.
Wie wohl die Bewerberlage ist?
Noch ist offen, wer seine Nachfolge antritt. Bewerbungen sind bislang offenbar keine eingegangen. Allerdings sei die Anzeige auch erst vor ein paar Tagen erschienen, gibt Julian Jassmann, Hauptamtsleiter der Gemeinde Hildrizhausen, zu bedenken. Er zeigt sich optimistisch, dass die Gemeinde rechtzeitig einen neuen Betriebsleiter findet. Aus anderen Gemeinden habe er durchaus von positiven Erfahrungen bei der Suche gehört. Und: „Es ist doch auch ein sehr schönes Freibad.“
In der zurückliegenden Saison wurde allerdings auch deutlich, dass Fachkräfte für Bäder Mangelware sind. Mehrere Bäder im Kreis Böblingen mussten wegen Personalknappheit ihre Öffnungszeiten entweder dauerhaft oder kurzzeitig reduzieren.
Das Freibad im benachbarten Holzgerlingen war beispielsweise wegen Personalmangels die komplette Saison über nur eingeschränkt geöffnet. Auch Hildrizhausen hatte zu Beginn der Saison ein paar Tage schließen müssen, weil Personal ausgefallen war. Der Bund deutscher Schwimmmeister wart bereits seit Jahren vor dem Fachkräftemangel. Buttafoco glaubt, dass sich die Suche schwierig gestalten könnte, drückt aber die Daumen. „Ich hoffe, dass sie jemand finden, der das Bad genauso ins Herz schließt wie wir.“