Hilfe aus Fellbach Centro Italiano reist ins Erdbebengebiet der Abruzzen

Von Ingrid Sachsenmaier 

Ein Fellbacher Verein richtet Ende Mai in Arquato del Tronto ein „Deutsches Fest“ aus. Seit dem verheerenden Erdbeben im Oktober 2016 im Gebiet der Abruzzen herrscht vor Ort immer noch Chaos – ein Fellbacher will den Menschen erneut helfen.

Alles in Schutt und Asche vor idyllischem Sonnenaufgang. Foto: dpa
Alles in Schutt und Asche vor idyllischem Sonnenaufgang. Foto: dpa

Fellbach/Italien - Die Erde ist seit dem verheerenden Erdbeben im Oktober 2016 im Gebiet der Abruzzen nie wirklich zur Ruhe gekommen, sie bebt seitdem jeden Tag. Die Erdstöße sind leicht, aber sie lassen die Bevölkerung in der Region um Amatrice nicht in ein wirklich normales Leben zurückkehren. Francesco Santoro, Vorsitzender des Centro Italiano Fellbach, ist unmittelbar nach dem Beben mit gespendeten Hilfsgütern aus Fellbach in die beiden kleinen Orte Capodacqua und Arquato del Tronto im Krisengebiet gefahren. Seitdem steht er in engem, freundschaftlichem Kontakt mit den Menschen dort. Schon bei der Abfahrt im Herbst hatte er versprochen, im Frühjahr wiederzukommen.

Am 26. Mai fahren sechs Mitglieder des Centro Italiano nach Arquato del Tronto

Am 26. Mai ist es nun soweit. Zusammen mit fünf weiteren Personen vom Centro Italiano – zwei Frauen und vier Männer - fährt er nach Arquato del Tronto und richtet dort für die Bevölkerung ein „Deutsches Fest“ aus. „Man hat mir gesagt, dass wir keine Kleidung mehr bringen müssten. Da kamen wir auf die Idee, ein Fest mit deutschen Spezialitäten wie Kartoffelsalat, Roten Würsten, Leberkäse und Bier auszurichten.“ Das stieß sofort auf große Begeisterung beim dortigen Bürgermeister, mit dem Santoro mittlerweile eine Freundschaft verbindet. Francesco Santoro bittet deshalb die Fellbacher Bevölkerung, bei Getränke Pflüger und der Metzgerei Klingler Gutscheine zu kaufen. Mit den Gutscheinen, der Betrag ist frei, kann er dann vor der Abfahrt in den beiden Geschäften entsprechend einkaufen und das Fest ausrichten. Die beiden Frauen, die mitfahren, werden dann vor Ort die Speisen vor- und zubereiten. „Direkte Geldspenden will ich nicht“, sagt Santoro, „die Gutscheine sind eine saubere Lösung für beide Seiten.“ Bis 20. Mai können sie in den beiden Geschäften erworben werden.