Hilfe für den Nachbarn Fall 35,36 Frau E. unterstützt ehrenamtlich andere Flüchtlinge

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Aus ihrer Zwangsehe mit einem alten Mann floh Frau E. Sie möchte jetzt noch besser Deutsch lernen und dann eine Ausbildung im Gesundheitsbereich machen.

Frau E. möchte eine Ausbildung im Gesundheitswesen machen. Foto: dpa
Frau E. möchte eine Ausbildung im Gesundheitswesen machen. Foto: dpa

Stuttgart - Fall 35: Noch nicht einmal zwei Jahre lebt Frau E. hier und spricht dennoch fast fließend Deutsch. Dabei hat die hoch motivierte junge Frau bisher nur einen „Mama lernt Deutsch-Kurs“ absolviert, denn sie ist allein erziehende Mutter eines Kleinkindes. „Ich liebe Sprachen“, sagt sie schüchtern. Englisch und Französisch sind ebenfalls fließend in ihrem Repertoire enthalten und natürlich ihre afrikanische Muttersprache.

Die Zwangsehe belastet sie bis heute

Nur wenn sie von den Gründen ihrer Flucht erzählt, dann sind so viele belastende Erinnerungen sind dabei, dass sie auf Englisch erzählen muss. Frau E. wurde im Alter von 18 Jahren mit einem sehr viel älteren Mann zwangsverheiratet. „Ich bin die älteste Tochter und mein Vater war schwer krank. Meine Mutter hatte kein Geld und ich musste deshalb versorgt sein“, schildert sie die Logik für die Zwangsehe in ihrem Herkunftsland. Der Mann war ein Kollege ihrer Mutter. „Er war brutal“, das ist alles, was sie über ihn sagt. Sechs Jahre hielt sie aus. „Ich hatte keine Wahl.“ Ihr Vater lag lange im Krankenhaus und alles, was die Familie besaß, gab sie für die Behandlung aus. Leider hat er nicht überlebt. Nach der Schule hatte sie Medizinstudium begonnen. Als sie verheiratet wurde, musste sie es abbrechen.

Angst in der Flüchtungsunterkunft

Auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit vor dem Ehemann, geriet sie an einen Mann, der sie als Sexobjekt benutzte. Dafür schaffte er die mittellose Frau E. ins Ausland. „Mir war es egal, wohin“, sagt sie. Nur weg wollte sie. In Deutschland kam ihr Kind zur Welt: „Es ist der einzige Mensch, dem ich vertraue“, sagt sie. In der Flüchtlingsunterkunft fühlte sich die junge Frau ständig verfolgt und bedroht. „Wenn ich zum Duschen ging, musste ich das Baby alleine im Zimmer lassen. Da hatte ich immer sehr große Angst“, schildert sie ihre Gefühle.

Frau E. will besser Deutsch lernen

Deshalb wandte sie sich an eine Frauenhilfsorganisation und fand mit deren Unterstützung eine kleine Wohnung. Jetzt arbeitet sie ehrenamtlich in der Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge, während ihr Kind in der Kita ist. Ihr Wunsch ist es, einen Deutschkurs mit höherem Niveau zu machen, denn sie möchte eine Ausbildung im medizinischen Bereich beginnen. Frau E. lebt derzeit von einem Betrag auf Hartz-IV-Niveau durch das Asybewerberleistungsgesetz.

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